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Bull-etin Zug

Am kommenden Sonntag beginnen für den EV Zug die Playoffs 2024. Es ist zu erwarten, dass die Spiele gegen den mehrfachen Schweizer Meister eng und umkämpft werden. Dennoch gibt es fünf Gründe, warum sich die Mannschaft um Captain Jan Kovar am Ende durchsetzen wird.

PostFinance/KEYSTONE/Philipp Schmidli

Erster Grund: Leonardo Genoni

Leonardo Genoni (36) war – wie schon in der letzten Saison – eine der wenigen Konstanten im Team von Headcoach Dan Tangnes. Der siebenfache Meistergoalie ist trotz seines Alters nach wie vor ein Unterschiedsspieler und ein wichtiger Faktor in entscheidenden Spielen. Mit seiner Erfahrung und seinem Ehrgeiz wird er auch in den diesjährigen Playoffs der entscheidende Faktor zugunsten des EVZ sein. Die Berner verfügen zwar mit dem Schweden Adam Reideborn (32) ebenfalls über einen starken Torhüter, jedoch sprechen die Statistiken aus der Qualifikation sowie die Erfahrung für Genoni.

Zweiter Grund: Schweizer Offensivpower

Mit Topskorer Lino Martschini (31, 41 Punkte) und Fabrice Herzog (29, 34 Punkte) haben gleich zwei Schweizer Spieler mehr Skorerpunkte gesammelt als der beste Schweizer Stürmer des SC Bern (Marco Lehmann, 32 Punkte). Mit Nati-Spielern wie Martschini, Simion, Herzog, Senteler und Biasca verfügen die Zuger über viel offensive Feuerkraft. Wenn diese Spieler rechtzeitig ihre Form finden, dann hat der EVZ in diesem Punkt einen Vorteil gegenüber dem SC Bern. Dazu kommt die kämpferisch starke vierte Linie um Dario Allenspach (21), Sven Leuenberger (25) und Reto Suri (34). Insgesamt verfügt der EV Zug in der Offensive über mehr Schweizer Power als der SCB und kann sich im Idealfall auf vier ausgeglichene Linien verlassen.

Dritter Grund: Vorteil Zug in den Direktduellen

Der EV Zug ging in drei von vier Duellen in der Qualifikation als Sieger vom Eis. Lediglich das vierte und letzte Duell am 23. Februar – mitten in der sportlichen Krise der Zuger – konnte der SCB für sich entscheiden. Allerdings soll auch erwähnt sein, dass die ersten beiden Duelle erst im Penaltyschiessen zugunsten der Zuger entschieden wurden.
Das letzte Playoff-Duell der beiden Mannschaften gab es im Playoff-Viertelfinal 2021. Damals besiegten die Zuger auf dem Weg zum zweiten Meistertitel im Viertelfinal den SCB mit 4:2-Siegen. Die beiden Duelle davor sind aus Zuger Sicht keine gute Erinnerung: Die beiden Playoff-Finale 2017 und 2019 gegen den SC Bern gingen bekanntlich verloren. Sehr interessant, wie sich die sportliche Lage seit 2019 verändert hat…

Vierter Grund: Imports

Eine Argumentation, welche überraschen mag. Ein "Blick" auf die Skorerliste zeigt: Die Zuger Importspieler sind torgefährlicher als jene des SCB. Natürlich hinkt der Vergleich, weil bei den Bernern mit Adam Reideborn eine Importlizenz für einen Torhüter verwendet wird. Im Vergleich der Importspieler ragt SCB-Stürmer Dominik Kahun mit 50 Skorerpunkten deutlich heraus. Allerdings waren mit Marc Michaelis (37 Punkte), Lukas Bengtsson (29 Punkte) und Jan Kovar (28 Punkte) drei Zuger Imports in Sachen Skorerpunkte erfolgreicher als der zweitbeste Importspieler des SCB (Joona Luoto, 27 Punkte).

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Dominik Kahun konnte endlich eine Qualifikation ohne Verletzungsprobleme bestreiten. Auf ihn muss der EVZ besonders aufpassen.
Monika Majer / RvS.Media

Sind alle Spieler in Top-Form, ist das Duo Bengtsson/Hansson stärker einzuschätzen als das Berner Trio Nemeth/Honka/Pokka. Der EVZ verfügt zwar in dieser Saison über keinen überragenden Importspieler im Angriff wie Bern mit Kahun, aber in Sachen Produktivität sind die Zuger Imports in der Offensive erfolgreicher. Zudem könnte Andreas Wingerli mit seiner Spielweise zu einer Geheimwaffe werden und Jan Kovar sollte man trotz Formtief nie abschreiben. Ausserdem gab es im Zuger Team trotz vieler Verletzungen weniger Rotationen und Wechsel als beim SCB, wo im Laufe der Qualifikation einige Imports transferiert oder verpflichtet wurden.  

Imports EVZ
Marc Michaelis: 50 Spiele / 37 Skorerpunkte / 0.74 P/G
Lukas Bengtsson: 48 Spiele / 29 Skorerpunkte / 0.5 P/G
Jan Kovar: 47 Spiele / 28 Skorerpunkte / 0.60 P/G
Brian O’Neill: 29 Spiele / 21 Skorerpunkte / 0.72 P/G
Andreas Wingerli: 49 Spiele / 20 Skorerpunkte / 0.4 P/G
Niklas Hansson: 45 Spiele / 19 Skorerpunkte / 0.42 P/G
Andreas Eder: 10 Spiele / 5 Skorerpunkte / 0.5 P/G
Riley Sheen: 7 Spiele / 2 Skorerpunkte / 0.29 P/G

Imports SCB
Dominik Kahun: 47 Spiele / 50 Skorerpunkte / 1.06 P/G
Joona Luoto: 45 Spiele / 27 Skorerpunkte / 0.6 P/G
Corban Knight: 41 Spiele / 25 Skorerpunkte / 0.61 P/G
Julius Honka: 25 Spiele / 12 Skorerpunkte / 0.48 P/G
Patrik Nemeth: 41 Spiele / 12 Skorerpunkte / 0.29 P/G
Ville Pokka: 16 Spiele / 6 Skorerpunkte / 0.38 P/G
Colton Sceviour: 20 Spiele / 4 Skorerpunkte / 0.2 P/G

Obwohl die Zuger Imports konstantere Werte hinlegten, liegt der Punkteschnitt pro Spiel der Imports bei beiden Teams bei 0.52 Punkten.

Fünfter Grund: Zug hat (fast) nichts mehr zu verlieren

Nach diesem miserablen Qualifikationsabschluss geniesst das Team in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Kredit – ausser beim eigenen Anhang. Entsprechend klein ist der Erfolgsdruck auf dem Team von Dan Tangnes. Nach der Niederlagenserie wäre der Halbfinaleinzug schon fast ein Erfolg. Klar, dass das Team auch in dieser Saison nach dem Titel greifen will. Der Druck ist dabei aber ungleich kleiner als in anderen Jahren.

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Kann Jan Kovar trotz durchwachsener Qualifikation in den Playoffs den Unterschied ausmachen?
Andreas Haas

Auf der anderen Seite steht der SC Bern. Der Hauptstadt-Club hat nach langer Zeit endlich wieder eine verhältnismässig gute Qualifikation gespielt und den Sprung in die Top-5 bewerkstelligt. Entsprechend gross ist nun aber der Druck, auch in den Playoffs wieder zu performen. Die Berner haben seit ihrem Meistertitel 2019 keine einzige Playoff-Serie mehr gewonnen! Zumindest, wenn man die beiden Play-In-Serien 2021 und 2023 nicht berücksichtigt. Der Druck, erfolgreich zu sein, dürfte somit auf Berner Seite etwas höher sein als beim EVZ.

 

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