Das Ambrì-Fieber und seine Nebenwirkungen
Blog mit aktuellen Themen und Hintergrundinformationen rund um das Phänomen HC Ambrì-Piotta - Ein Bergdorf spielt mit den Grossstadt-Vereinen mit.
Es ist leider keine Seltenheit mehr, dass sich Sportlerinnen und Sportler nach schwachen Leistungen immenser Kritik in der Anonymität des Internets ausgesetzt sehen. Davon kann seit letzter Woche auch EVZ-Torhüter Luca Hollenstein (23) ein Lied singen. Die massive Kritik, die dem Torhüter nach seinem Missgeschick im Spiel gegen den HC Davos wiederfahren ist, ging teilweise deutlich unter die Gürtellinie. Dabei sollten gerade die Fans des eigenen Vereins ihrem Spieler den Rücken stärken. Ein Appell an die Vernunft.
In wenigen Tagen ist das Jahr 2023 zu Ende. Für den EV Zug war es ein ereignisreiches Jahr mit vielen Up und Downs. Ausserdem war es das erste Jahr seit 2020, in dem es keinen Titel zu bejubeln gab. Die Chronik eines Jahres, welches Club, Mannschaft und Fans vieles abverlangt hat.
Im Vorfeld der von Corona geprägten Saison 2020/21 holte der EV Zug kurz vor Saisonbeginn den Kanadier Ryan McLeod (24), welcher aus der Organisation der Edmonton Oilers ausgeliehen wurde. Da die neue NHL-Saison erst im Januar 2021 begann, war dieser Deal möglich. McLeod bestritt bis zu seiner Rückkehr nach Edmonton 15 Spiele (elf Skorerpunkte). Doch was wurde aus dem jungen Kanadier?
Trotz des überraschenden Blitz-Comebacks von Captain Jan Kovar (33) sucht Sportchef Reto Kläy immer noch nach einem zusätzlichen Importspieler. Dass sich Kläy auf dem Transfermarkt zurückhaltend zeigt und mit einem Transfer weiter zuwartet, kommt in Fankreisen nicht überall gut an. Doch die Zuger hatten in der Vergangenheit immer wieder ein gutes Händchen bei solchen Transfers – auch mit Geduld. Fünf Transfers waren dabei besonders erfolgreich.
Ende Oktober 2023 verkündete der EV Zug im gleichen Atemzug den Abgang von Luca Hollenstein (23) und die Verpflichtung von Tim Wolf (31). Damit ist klar, dass die Zuger nach fünf erfolgreichen Saisons ein neues Torhüter-Gespann erhalten werden. Dass Sportchef Reto Kläy als Ersatz für den ambitionierten Luca Hollenstein den Routinier Tim Wolf verpflichtet, mag auf den ersten Blick überraschen. Der Transfer ergibt jedoch viel Sinn und ist bei Betrachtung der Alternativen die logische Lösung.