Als David Reinbacher im Draft 2023 an fünfter Stelle von den Montréal Canadiens gedraftet wurde, waren viele in Montreal überrascht. Reinbacher wurde aber gezielt als spielstarker Verteidiger mit Top-6-Potenzial ausgewählt. Noch wusste man damals nicht, dass ein gewisser Lane Hutson vor ihm den Durchbruch schaffen wird. Der Weg in die NHL blieb dem mittlerweile 21-Jährigen bislang verwehrt, doch mit seinen Leistungen bei den Rocket de Laval, dem Farmteam der Montréal Canadiens, zeigt sich zunehmend, warum die Canadiens weiterhin auf ihn bauen.
Nur sanfter Druck in einem herausfordernden NHL-Markt
Bei den Laval Rocket hat sich David Reinbacher in seiner Rolle etabliert. Er steht zudem regelmässig in entscheidenden Spielsituationen auf dem Eis und erhält Quality-Icetime. Es sind genau diese Minuten, defensiv und offensiv anspruchsvoll und oft gegen Top-Linien des Gegners, die seinen aktuellen Entwicklungsschritt definieren: Als Verteidiger, der Verantwortung übernehmen kann. Diese Saison ist er meistens gesetzt im ersten Verteidigerpaar – zuletzt oft im Duo mit einem anderen grossen Nachwuchstalent, Luke Mittelstadt.
Diese Rolle kommt nicht von ungefähr, sondern ist Ausdruck des Vertrauens, das ihm entgegengebracht wird. Das wird auch in Montreal registriert: "Ich bekomme viel Support von den Coaches, auch von jenen der Montréal Canadiens. Sie wissen, was sie an mir haben und ich verspüre keinen Druck, so schnell wie möglich in die NHL gelangen zu müssen“, sagt der Österreicher, der aufgrund seiner langen Zeit in der Schweiz perfekt "Schwizerdütsch“ spricht. Dieses Spannungsfeld zwischen Förderung und Forderung ist zentral: Einerseits wird er gezielt gefordert, andererseits bleibt der Erwartungsdruck kontrolliert und gesteuert. "Natürlich ist es mein Anspruch so schnell wie möglich zu einem NHL-Stammspieler zu werden. Aber die Verantwortlichen in Montreal wollen eine lineare Entwicklung und beobachten alles sehr genau.“
Über Umwege zum Ziel
Dass dieser Weg nicht immer linear verläuft, ist ihm bewusst. Es war nicht vorgesehen, dass es über Umwege geht. Einige Verletzungen haben den Zeitplan verschoben, doch gleichzeitig hat sich eine neue Ausgangslage ergeben. Die Canadiens verfügen aktuell über viel Tiefe in der Defensive – ein Faktor, der Reinbacher Zeit verschafft: "Ich weiss, dass ich für die nahe Zukunft in ihren Plänen bin. Das ist ein gutes Gefühl.“ Für Reinbacher bedeutet das: Lernen unter optimalen Bedingungen in Laval.
Emotionen pur in Laval und Montreal
Hinzu kommt ein Umfeld, das kaum intensiver und spannender sein könnte. Auch in Laval. "Die Eishockey-Tradition in Montreal ist ein grosser Ansporn. Schon hier in Laval hat man einen Vorgeschmack.“ Die emotionale Bindung zwischen Club und Region ist auch in der Stadt nahe Montreal enorm. "Wir haben mit Abstand die beste Stimmung und die meisten Fans in der AHL. Die Identifikation mit dem Club hier ist intensiv und auch die gesellschaftliche Bedeutung spürbar.“ Das sei nicht nur motivierend, sondern auch ein permanentes Lernen unter Beobachtung. "Es ist immer wieder eine Ehre, dies zu spüren. Es spornt an und macht aber auch etwas gesunden Druck.“
National League zu verfolgen gehört zum Alltagsritual
Parallel dazu bleibt Reinbacher immer gut informiert, was im Schweizer Eishockey passiert. "Ich schaue mir konsequent so viele National-League-Spiele an wie möglich. Fast schon exzessiv. Der Austausch mit meinem Netzwerk in der Schweiz und in Österreich ist recht intensiv.“
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