Swiss Ice Hockey

Die Ankündigung des Bundesrates, mehr Geld für den Sport zur Verfügung zu stellen, ist von der Hockeywelt mehrheitlich positiv aufgenommen worden. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Denis Vaucher
PHOTOPRESS / Melanie Duchène

"Zuerst möchten wir dem Bundesrat herzlich danken für die Unterstützung. Sie ist nicht selbstverständlich", sagt der Ligadirektor Denis Vaucher gegenüber Keystone-SDA. Vaucher gibt allerdings zu, dass die Konditionen für Darlehen (etwa die Lohnsumme in drei Jahren um 20% zu reduzieren) hart und herausfordernd seien. Er meint zudem: "Es ist ganz wichtig, dass wir auf der Kostenseite auch Massnahmen ergreifen, damit die Darlehen auch zurückbezahlt werden können."

«Darlehen decken keine Ertragsausfälle ab. Wer das Darlehen ziehen muss, verschuldet sich»
Patrick Lengwiler, CEO des EV Zug

Patrick Lengwiler, der CEO des EV Zug, ist mit der Hilfe des Bundes nicht zufrieden. "Dieses Angebot macht uns überhaupt nicht happy, weil es nichts weiter als eine Liquiditätshilfe ist", kommentiert er gegenüber Zentralplus. "Darlehen decken keine Ertragsausfälle ab. Wer das Darlehen ziehen muss, verschuldet sich." Lengwiler findet, dass diese Lösung das Zugrundegehen von Vereinen in Not lediglich aufschiebe. Daher ist er vom Bundesamt für Sport (BASPO) enttäuscht: "Dem BASPO ist es offensichtlich nicht gelungen, den Entscheidungsträgern klar zu machen, dass Eishockey nicht einfach bloss Spitzensport ist - sondern ein Wirtschaftszweig. Die zwölf Clubs in der National League alleine sorgen in jeder Saison für eine Wertschöpfung von rund 150 Millionen."

Auch im Emmental gibt es gemischte Gefühle: "Mit dieser Massnahme wird nur das Kopfweh verschoben", meint der Präsident der SCL Tigers, Peter Jakob, auf Anfrage von Tamedia. "Es tönt gut, aber bringt effektiv nicht viel - Wollen wir Ende nächster Saison vier Millionen Schulden haben? Wie sollten wir das je zurückzahlen können?" Tigers-CEO Peter Müller findet es zumindest gut, dass es nun eine Art Sicherheitsnetz gibt, sollte es noch schlimmer kommen.

Aus dem Tessin kommentierte Nicola Mona, der Sportchef des HC Ambrì-Piotta, auf Anfrage von RSI. Er schätzt zwar die Entscheidung des Bundesrats als generell positiv für den Sport ein, sieht aber ebenfalls kritische Punkte: "Es ist klar, dass die grösseren Teams auf diese Darlehen verzichten werden, um die geforderten Lohnkürzungen zu vermeiden. Für die Mannschaften, die sich schon jetzt sehr anstrengen, ist das ein ziemlich harter Schlag. Es ist sehr schwierig, Kosten zu reduzieren, die bereits zu den niedrigsten in der Liga gehören."

( 13. Mai 2020 | est )
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