Das Ambrì-Fieber und seine Nebenwirkungen

Es war ein weiterer ereignisreicher Sommer in Ambrì. Das neue Stadion soll in drei Jahren nun definitiv stehen, viele neue Spieler sind ins Team gekommen und nach dem Abgang von Michael Fora gibt es bereits wieder einen neuen Captain. Die kurze Übersicht.

{sitelinkxoff}Am 15. Juni wurde klar, dass Michael Fora den Klub Richtung Carolina verlassen wird. Die Suche nach einem neuen Captain begann erneut. Viele mögliche Namen wurden ins Rennen gebracht. Am Ende wurde Elias Bianchi, als neuer Captain vorgestellt. Der 29-Jährige kommt ursprünglich vom HC Lugano, geht aber in seine achte Saison in Serie für den HC Ambrì-Piotta. Bianchi hat noch einen Vertrag für ein Jahr und hat eine seiner persönlich besten Saisons hinter sich. Es ist irgendwie der logische Captain.

Michael Ngoy hat den Namen von Elias Bianchi genannt, als er bei der Mannschaftspräsentation gefragt wurde, wer neuer Captain werden soll. Er sollte Recht behalten. Der Vertrag von Ngoy ist nach der vergangenen Saison ausgelaufen und wurde zunächst nicht erneuert. Nach dem Weggang von Fora ging aber alles ganz schnell. Ngoy bekam das Telefon von Paolo Duca und nur wenige Tage später war die Tinte unter dem neuen Vertrag trocken.

Ebenfalls nach Ambrì zurückkehrt Daniel Manzato, aber dies nach 13 Jahren. Dazwischen war er zweimal in Nordamerika, schaffte es aber nie bis in die NHL. Nun kommt er vom HC Lugano talaufwärts in die Valascia. In den letzten Saisons fungierte er hinter Elvis Merzlikins als Back-Up. Die Leistungen in den absolvierten Testspielen waren gut, aber er dürfte hinter Benjamin Conz als Nummer 2 in die neue Saison gehen. Ebenfalls ein Rückkehrer ist Samuel Guerra. Der Verteidiger absolvierte bei Ambrì sämtliche Juniorenstufen, ging dann aber mit nur 16 Jahren zum HC Davos. Dort wurde er zweimal Meister und letztes Jahr gelang ihm Gleiches mit den ZSC Lions. Er ist neben Marco Müller der einzige Schweizer Meister im aktuellen HCAP-Kader. Diesem Kader gehört neu auch Fabio Hofer an. Er ist, gleich wie Zwerger, Österreicher, belastet aber das Ausländerkontingent wegen seiner Schweizer Lizenz nicht. Es ist sein erstes Engagement ausserhalb Österreichs. Der einzige neue Ausländer ist Bryan Lerg. Der US-Amerikaner ersetzt quasi Cory Emmerton, der keinen neuen Vertrag erhalten hat. Lerg absolvierte die letzten beiden Saisons in Schweden bei Rögle BK.

Von Lausanne kommen Jannik Fischer und Johnny Kneubühler ins Team, genau wie Verteidiger Lorenz Kienzle von Fribourg-Gottéron. Salopp gesagt, hat die Verteidigung eine ziemliche Generalsanierung erhalten. Fora und Zgraggen sind gegangen, gekommen sind drei neue Spieler, die der Defensive mehr Stabilität verleihen sollen. Dazu kommen Plastino, Jelovac, Pinana und der ebenfalls gebliebene Ngoy. Trotz dem Abgang von Fora, scheint die langjährige Schwäche verstärkt worden zu sein. In diesem ganzen Zusammenhang und für zukünftige Transfers ist noch spannend zu wissen, dass das Budget für die erste Mannschaft um eine halbe Million Franken reduziert wurde. Dafür wurden die Investitionen in den Nachwuchs um 300'000 CHF erhöht. Ein weiteres klares Statement, in welche Richtung es in Zukunft gehen soll.

Die Leistungen in den Testspielen waren ziemlich zufriedenstellend. Es ist sowieso immer schwierig, eine gute Aussage zu treffen, ohne zu wissen, wie in den vergangenen Tagen vor einem Spiel trainiert wurde. Drei von fünf Spielen gegen direkte National League Gegner wurden gewonnen und gegen Rapperswil-Jona konnte Daniel Manzato sogar einen Shutout feiern. In den letzten fünf der neun Testspielen hat das Team nur 10 Gegentore (vier gegen Biel) erhalten. Dies verleiht der obengenannten Vermutung, der verstärkten Verteidigung, im wahrsten Sinn des Wortes Halt. Zu Beginn fehlte Bryan Lerg wegen einer kleineren Verletzung. Darum ist eine konkrete Aussage über den US-Amerikaner erst nach den ersten Saisonspielen möglich.

Zu einem veritablen Torjäger avancierte Marco Müller. Die Nummer 13 spielte sich regelrecht in Torlaune und erzielte in drei Spielen vier Tore. Besser war in der ganzen Vorbereitungskampagne nur Dominik Kubalik mit sechs Treffern. Vieles war positiv, aber der grosse Schock gab es doch. Im zweiten Testspiel musste Dominik Zwerger verletzt vom Eis geführt werden. Man befürchtete Schlimmes und sah sich ein Jahr zu Christian Stucki zurückversetzt. Am Ende war es «nur» eine Knöchelverletzung, die eine Pause von vier Wochen verlangt(e). Gespielt hat Zwerger seither natürlich nicht mehr, aber trainingshalber stand er bald wieder auf dem Eis. Es darf gehofft werden, dass er bereits zu Saisonbeginn wieder dabei sein kann.

Samuel Guerra will auf und neben dem Eis ein Leader der HCAP-Verteidigung werden
aNDREA bRANCA / hEsHOOTShEsCOORES

E-n-d-l-i-c-h wird gebaut!

Die Wahl des neuen Captains, die Testspiele und das Engagement der neuen Spieler sind zweifellos von immenser Bedeutung und grossem Interesse. Aber eigentlich hat ein Thema den ganzen Sommer dominiert und die Spannung auf die angekündigte Pressekonferenz am 30. August kulminiert. Wird, und wenn ja wann, die «Nuova Valascia» gebaut? Von einem neuen Stadion hängt bzw. hing nicht weniger als die gesamte Existenz des Klubs ab. Nun wurde verkündet, dass im Oktober mit dem Bau begonnen werden kann und 2021 die erste Saison in der Multifunktionsarena begonnen werden soll– vorausgesetzt es läuft alles wie geplant, was man gerade in diesem Fall betonen sollte.

Es wäre 12 (!) Jahre nach dem entschieden wurde, dass die momentane Valascia generalsaniert werden soll bzw. muss. Es folgte der Entscheid, dass die Valascia in einem Lawinengebiet steht und dem folgenden Beschluss des Baus eines neuen Stadions. Es begann die scheinbar ewige Suche nach Geld und infolgedessen mehrmals eine Redimensionierung des Projekts. Das neue Stadion soll nun total CHF 50 Millionen kosten. Es ist zu hoffen, dass dieses Budget eingehalten werden kann. Ansonsten sind die nächsten Probleme ohnehin vorprogrammiert. Die grossen Geldgeber sind der Klub selbst, ein Bankenkonsortium und öffentliche Geldgeber. Das Stadion soll 7000 Zuschauern Platz bieten, aufgeteilt auf 4000 Steh- und 3000 Sitzplätze. Designt wurde es von Stararchitekt Mario Botta und soll dereinst direkt neben der Autobahn zu stehen kommen. Ich glaube jedoch erst daran, wenn der erste Puck darin eingeworfen wurde. Kommt es dazu, muss jedes Spiel in der legendären Valascia, umso mehr genossen werden.

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