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Das Ambrì-Fieber und seine Nebenwirkungen

Von vorneherein erwartete man eine schwierige Saison. Mittelmässig überrascht war dann die Schweizer Hockeywelt, als Ambrì lange um die Playoff-Plätze mitspielen konnte. Aber nun ist der (resultatmässige) Einbruch gekommen und man befindet sich wieder in der sehr ähnlichen Situation wie vor einem Jahr. Dies stimmt aber nur in Bezug auf das Ergebnis auf dem Eis.

Von Fabiano Wey

Der junge Sportchef Paolo Duca und der ebenso junge Trainer Luca Cereda setzten ab dieser Saison konsequent auf die jungen Spieler, wie Noele Trisconi, Tommaso Goi, Christian Pinana und Elia Mazzolini. Von dieser Marschrichtung rücken sie auch in schwierigeren Phasen wie der jetzigen nicht ab. Diese Strategie dürfte sich in wenigen Saisons auszahlen und könnte dazu führen, dass die Biancoblu wieder regelmässig um die Playoffs mitspielen können. In den letzten Jahren fehlte es definitiv an der Durchschlagskraft und Kaltblütigkeit. Attribute, die diese Spieler zweifellos mitbringen. Früher oder später werden auch diese Spieler der Verlockung des grossen Geldes nicht widerstehen können, aber geht der Klub konsequent den eingeschlagenen Weg weiter, können sie mehr denn je von der hervorragenden Juniorenarbeit profitieren. Ambrì ist ein Ausbildungsverein aufgrund der knappen finanziellen Mittel und daraus gilt es maximales Kapital zu schlagen – sowohl sportlich, wie auch finanziell. 

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Macht dieses Jahr viel Freude, Neuzugang Dominic Zwerger, rechts. (Bild: PPR/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Das Umfeld trägt diese Strategie mit und beweist Geduld. Nach enttäuschenden Leistungen und Resultaten wird im Ticino von den Medien schnell der Trainer angezählt oder die Fans äussern ihren Unmut deutsch und deutlich. Diese Saison ist nun die Lage rund um die Valascia bisher mehrheitlich ruhig geblieben. Man scheint dem Team die nötige Geduld zu geben und vertraut darauf, dass sich alles in Zukunft auszahlen wird. Ein wichtiger Meilenstein dazu ist das neue Stadion. Es muss zwingend kommen. Es gäbe nichts Schlimmeres, als dass sich der Klub auf sportlichem Wege Jahr für Jahr immer wieder das Überleben sichert und dann an der fehlenden Infrastruktur scheitert. Il Presidente Filippo Lombardi lässt sich kaum in die Karten blicken. Spätestens bis zu Sommerbeginn wird er die Karten aber offenlegen müssen.

Zu dem Zeitpunkt wird die laufende Saison bereits Geschichte sein. Eine Saison, die in der Leventina wieder lange, kräfte- und nervenzerrend werden dürfte. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite will und muss man Geduld haben und auf der anderen muss Ambrì sich immer wieder aufs Neue in der National League behaupten. In solchen kritischen Phasen, in der die Mannschaft sich jetzt befindet, wird das Umfeld zwangsläufig unruhiger, auch wenn es die Mannschaft in Schutz nehmen will und soll. Zum jetzigen Zeitpunkt (30.1.) hat Ambrì 43 Punkte aus 44 Spielen gesammelt. In der vergangenen Regular Season waren es 48. Viel höher wird es auch dieses Jahr nicht gehen. Die Chance auf einen vorzeitigen Ligaerhalt wird es schon nach der Qualifikation nicht mehr geben. Zwar hat man schon jetzt fast so viele Tore erzielt, wie in der letzten Qualifikation, aber auch schon fast so viele erhalten. Am Ende werden es in beiden Statistiken mehr sein. Man kann geteilter Meinung sein, ob dies ein guter Trend ist oder nicht. Geht man nach dem Sprichwort «Offense wins Games, Defense wins Championships» nicht. Von einer Meisterschaft ist Ambrì (momentan) etwa so weit entfernt, wie die Möglichkeit, dass Sidney Crosby im kommenden Lockout in der Leventina spielen wird. Die Realität heisst Ende März Playout-Final gegen Kloten. Davon, dass der HCAP bisher in dieser Saison immer gegen die Klotener gewonnen hat, kann man sich dann nichts kaufen. Es wird eine knüppelharte Serie geben, die nicht schön anzuschauen sein wird. Fehler will man um jeden Preis vermeiden, entsprechend langweilig und torarm könnten die Spiele werden. Bei einer Niederlage stünde der wahrscheinlich neuerliche Gang in die Ligaqualifikation an. Aus der Swiss League sind die Lakers klar aufstiegswillig, was momentan bekannt ist. Ganz ehrlich, alle anderen Teams wären in der National League schwer vorstellbar. Die Lakers müssen ihrerseits, trotz der starken Qualifikation, zuerst die Chance zum Aufstieg erhalten, was mit Bestimmtheit schwer genug werden wird. Dazu kommt die Ungewissheit, wie es mit Genf-Servette weitergehen wird.

In diesem ganzen Wirrwarr ist nur eines sicher: Der Ambrì-Spagat zwischen Geduld und Bangen geht noch mindestens drei Monate weiter.

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Das Ambrì-Fieber und seine Nebenwirkungen

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