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Die Hälfte der Meisterschaft der Swiss Women’s Hockey League A ist gespielt und die Rangliste präsentiert das gewohnte Bild: Der Meister enteilt und wie immer stellt sich die Frage, wer denn die ZSC Lions stoppen könnte. Eine Momentaufnahme mit Prognosen.

Von Daniel Monnin   (Bild: Mauricette Schnider)

ZSC Lions (1/14*): Ehre, wem Ehre gebührt

*in Klammern Rang nach der Qualifikation und Punkte für die Masterround

Der Meister spielt – nicht zum ersten Mal – in einer eigenen Liga, und dies mit nur einer Ausländerin, der Torhüterin Caro Baldin. Der einzige Ausrutscher auf dem Weg zum Punktemaximum, die Overtime-Niederlage in Reinach, ist einzig und allein einer laschen Einstellung geschuldet, die längst korrigiert wurde. Die Lions spielen mit der Selbstverständlichkeit eines Champions und der Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks. Das Team des österreichischen Trainers Georg Taferner ist so ausgeglichen besetzt wie nie zuvor. Die Lions stellen 12 aktuelle Nationalspielerinnen – das ist mehr als die Hälfte des Teams, das diese Woche den Halloween Cup in Russland bestreitet. Alina Müller, seit Jahren eine der besten Schweizer Spielerinnen und Nati-Teamstütze, steht nicht überraschend an der Spitze der Topskorer-Liste. Jessica Valloton, 22-jährige Doppelbürgerin mit vier Jahren Erfahrung in der NCAA (University of Maine), kompensiert die Abgänge der Verteidigerinnen Sabrina Zollinger (HV71, Schweden), Reica Staiger (Auszeit), Nadine Hofstetter (Reinach) und Christy Blackburn (Kanada) praktisch alleine und dürfte nach den Olympischen Spielen die nächste Lions-Nationalspielerin werden. Die Prognose fällt nicht schwer: Die ZSC Lions befinden sich auf bestem Weg zum dritten Meistertitel in Folge, dem sechsten insgesamt. Auch für die Frage, wer sie denn stoppen könnte, gibt’s eine einfache Antwort: Höchstwahrscheinlich nur sie selber…

Lugano (2/11): Nur Meisterkandidat Nummer 2

Luganos letzter Titelgewinn liegt drei Jahre zurück: 2015 holte sich das Team, das bisher am meisten Silbermedaillen (8), aber auch am meisten Titel (6) gesammelt hat, mit einem 3:2-Finalsieg gegen die ZSC Lions die letzte Goldmedaille. Seither sind die Tessinerinnen nie mehr an dieses Level herangekommen – oder anders formuliert: Die Lions waren zweimal klar besser, nicht nur in den beiden Finalserien. Luganos Teammanager Sydney Piaget sprach vor der Meisterschaft von einer Übergangssaison auf dem Weg zur Eigenständigkeit. Das tönt nach Understatement, denn Lugano bleibt – trotz dem Rücktritt des langjährigen Trainers Marzio Brambilla – nach wie vor der erste (und wohl einzige) Herausforderer. Neo-Trainerin Iris Müller, langjährige Spielerin und Staffmitglied, hat das Team nach einem harzigen Beginn stabilisiert. Trotzdem gingen beide Spiele gegen die Zürcherinnen verloren. Das Team wird von den altbewährten Kräften wie Evelina Raselli, Romy Eggimann, Nicole Bullo und Bettina Meyer getragen. Zu ihnen gesellt sich die 31-jährige tschechische Nationalspielerin Simona Studentova, die in ihrer siebten Saison in der Schweiz nach wie vor zu den besten Skorerinnen gehört. Sie hat den Abstecher in die C-Liga (Aufsteiger EC Wil) „schadlos“ überstanden und liegt auf Kurs zur Egalisierung ihrer besten Skorerwerte (37 Punkte in 20 Spielen), die 3 respektive 4 Jahre zurückliegen. Prognose: Lugano wird die ZSC Lions im Final zwar fordern, aber erneut nur die Silbermedaille gewinnen.

Bomo (3/9): Sicherer Playoffkandidat, mehr nicht

Bomo Thun schien aufgrund seiner Transfers – allen voran Nati-Verteidigerin Sarah Forster, der kanadischen Stürmerin Leslie Oles und U18-Nati-Hüterin Saskia Maurer – zumindest auf dem Papier auf dem Weg, der Dritte im Bunde der Grossen zu werden. Doch die Thunerinnen sind zwar nach wie vor ein sicherer Playoff-Kandidat, doch zu mehr wird es auch in diesem Jahr nicht reichen. Die beiden Bronzemedaillen (Meisterschaft und Cup) aus dem Vorjahr sind gefährdet, zumal Bomo im Cup bereits in den Viertelfinals auf Lugano treffen wird und zudem hinter ihnen Reinach und möglicherweise auch Neuchâtel Hockey Academy zum Angriff blasen. Bomos Hauptproblem liegt nach vor im Toreschiessen, respektive der Chancenauswertung: 29 Tore aus 10 Spielen sind im Vergleich zu den Lions (71) und Lugano (51) oder auch Reinach (33) schlichtweg zu wenig. Und weil das Team erneut eine negative Tordifferenz (-1) aufweist – und dies trotz den Verstärkungen -, wird das erklärte Ziel einer Finalteilnahme wohl nur ein Wunschtraum bleiben. Es sei denn, die Schweizer Spielerinnen verdoppeln oder verdreifachen ihre Torproduktion, denn bisher haben sie nur gerade 9 der 29 Tore geschossen (vier davon erzielte Verteidigerin Sarah Forster).

Reinach (4/7):  Auf dem richtigen Weg

Reinach ist bei Meisterschaftshälfte eine klare Bereicherung der Liga. Zwar ist noch nicht alles Gold was glänzt, doch das Team von Trainerin Melanie Häfliger hat – auch dank seinen acht Zuzügen – einen Riesenschritt vom letztjährigen, punktelosen Tabellenletzten zu einem ernstzunehmenden Playoff-Kandidaten getan. Die Erfahrung von Spielerinnen wie Rückkehrerin Julia Marty, Andrea Fischer, Nadine Hofstetter oder der reaktivierten Darcia Leimgruber zahlt sich aus. Die „jungen Wilden“ haben in Topskorerin Rahel Enzler eine neue Leitfigur erhalten und entwickeln sich kontinuierlich zu guten A-Spielerinnen. Die Mischung stimmt, das Saisonziel, das Häfliger mit „Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung“ formuliert hat, ist bereits nach der Hälfte der Meisterschaft in der richtigen Spur. Prognose: Reinach wird die Playoffs erreichen und sich in der Rolle des „Favoritenschrecks“ gefallen.
Neuenburg (5/5): Das Leiden geht weiter

Neuchâtel Hockey Academy, notabene der einzige, eigenständige Frauenclub, der drei Teams in allen drei Ligen stellt, hat in einem Sommer so ziemlich alles verloren, was es zu verlieren gab: Der Bronzemedaillen-Gewinner von 2016 hatte den Weggang von neun (!) Stammspielerinnen zu verkraften, darunter die Marty-Twins, die Nati-Spielerinnen Sarah Forster und Andrea Fischer sowie Doppelbürgerin Marilyn Fortin. Diese neun Spielerinnen schossen in den 20 Spielen der Qualifikation der letzten Saison 88 von 112 Toren. Das sind 78,5 % aller Tore – mit einem Male weg. Gerade mal 10 (!) Tore haben die Neuenburgerinnen bisher in 10 Spielen geschossen, je drei davon gehen auf das Konto der neuen Kanadierin Kendra Broad und von Nati-Spielerin Ophélie Ryser. Der Neubeginn mit jungen, willigen Spielerinnen, wie es die Neuenburger Verantwortlichen vor der Saison nannten, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Im Rennen um die Playoff-Plätze 3 und 4 dürften die Neuenburgerinnen jedoch trotzdem noch ein Wort mitreden können und wollen, denn alle 10 Punkte haben sie bisher in den Vergleichen mit Bomo, Reinach und Weinfelden geholt. Dabei erhielten sie „lediglich“ 14 Tore. Die anderen 38 Gegentore fielen in vier Spielen gegen die ZSC Lions und Lugano. Prognose: Neuchâtel Hockey Academy kommt nur in die Playoffs, wenn die Torproduktion gesteigert wird und auch gegen die Spitzenteams keine Steinzeitresultate mehr eingefahren werden, denn Kanterniederlagen sind für das Gemüt und die Entwicklung von jungen Torhüterinnen wie Jade Dübi oder Nina Paiva absolut nicht förderlich.

Weinfelden (6/0): Auch im 5. Anlauf klappt‘s nicht

Abgeschlagen, punkte- und chancenlos: Weinfelden ist auch in seiner fünften Saison in der obersten Spielklasse weit von seinem Ziel, der erstmaligen Playoff-Qualifikation, entfernt. Acht Tore haben die Weinfelderinnen bisher geschossen, ganze 56 kassiert. Und dies trotz der beiden Nati-Hüterinnen Caroline Lambert (FRA) und Andrea Brändli, die in 9 der 10 Spiele zum Einsatz kamen. Genau vor Jahresfrist hatten die Verantwortlichen ihren Trainer Daniel Zbinden trotz zwei Siegen in der Qualifikation entlassen und durch Adrian Gischig ersetzt. Ein erneuter Trainerwechsel steht jedoch diesmal trotz anhaltender Erfolgslosigkeit nicht zur Diskussion. Man sei von Gischigs Arbeit überzeugt und betrachte ihn als besten Trainer, den man sich in Weinfelden vorstellen könne, heisst es. Immerhin: Vier der sechs Spiele gegen Bomo, Reinach und Neuenburg gingen nur mit einem oder zwei Toren verloren und im letzten Spiel der ersten Meisterschaftsphase in Lugano habe man trotz letztem Aufgebot mit neun Spielerinnen eine gute Leistung gezeigt. Und der erste Pflichtspiel-Sieg im Cup gegen B-Meister GCK Lions – mit der neuen Ausländerin Sara Confidenti (Slo, 19), die gleich als Doppeltorschützin glänzte - könnte die Weichen neu stellen. Trotzdem: Die Chance auf eine Playoff-Qualifikation ist auch bei halbierten Punkten minim. Weinfelden kann in der Masterround in Ruhe die Playouts und eine mögliche erneute Ligaqualifikation vorbereiten.

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