Bull-etin Zug

Nach dem ebenso kurzfristigen wie überraschenden Abgang von Viktor Stålberg nach Omsk konnte der EV Zug am Mittwochabend mit Dennis Everberg einen Ersatz präsentieren – der in Zug auf seinen Förderer trifft.

Neu im EVZ-Dress: Der zweifache Weltmeister Dennis Everberg.

Seit anfangs Oktober und dem Ausfall von Garrett Roe, der seit dieser Woche wieder trainiert und bald ins Lineup zurückkehren dürfte, hat EVZ-Sportchef Reto Kläy den Ausländermarkt sondiert. Ihm seien viele Kandidaten angeboten worden, doch habe er nach einem in das Teamgefüge passenden Stück gesucht. Obwohl die Kolinstädter aufgrund der Verletzungen von David McIntyre und Stålberg mit Carl Klingberg und Pontus Widerström zwischenzeitlich nur zwei Söldner einsetzen konnten, liess sich Kläy nicht unter Druck setzen. Begünstigt wurde dies durch die erstaunliche Widerstands- und Konkurrenzfähigkeit, welche die dezimierte Mannschaft in den letzten Wochen unter Beweis gestellt hatte.

Kläy in stetigem Kontakt mit Everberg

Spätestens nach dem Abgang Stålbergs wurde jedoch klar, dass eher früher als später ein neuer Ausländer verpflichtet werden sollte. Dennoch nahm sich Kläy Zeit und konnte schliesslich seinen Wunschkandidaten unter Vertrag nehmen – dank seiner Hartnäckigkeit und einem Quäntchen Glück. Aufgrund von regelmässigen Kontakten mit dem Spieler und dessen Agenten wusste Kläy, dass Everberg mit seiner Rolle in der Organisation der Winnipeg Jets, wo er nur im Farmteam der Manitoba Moose eingesetzt wurde, unzufrieden war. Der Sportchef setzte sich daraufhin mit den Verantwortlichen der Jets in Verbindung, die freilich einen Ersatz finden wollten, bevor sie an eine Trennung vom bald 27-Jährigen dachten. Die Verpflichtung von Logan Shaw am Wochenende öffnete die Tür, um Everberg auf die Waiver-Liste zu setzen. Kläys Poker, dass kein anderes NHL-Team den Schweden übernimmt, ging am Mittwoch schliesslich auf. «Es war eine sehr komplizierte Verpflichtung und ein sehr langer Prozess, der auch hätte schief gehen können», so der erleichterte Sportchef, nachdem er Vollzug vermelden konnte.

Diese Meldung des kanadischen Hockey-Reporters Bob McKenzie eröffnete das 24-stündige, bange Hoffen von Reto Kläy, dass kein anderes NHL-Team die Rechte von Dennis Everberg übernimmt:

Schützling von Dan Tangnes

Dass Kläy den Werdegang des mit Gardemassen (93 Kilogramm auf 193 Centimeter) gesegneten Flügels seit längerem genauer verfolgt hat, mag nicht überraschen. Schliesslich handelt es sich beim zweifachen Weltmeister um eines der grössten Talente, die sich unter dem heutigen EVZ-Coach Dan Tangnes zu Spitzenspielern weiterentwickelt haben. Von 2010 bis 2014 trainierte der Norweger den aus dem circa 100 Kilometer westlich von Stockholm gelegenen Västerås stammenden bei den U20-Junioren und danach in der ersten Mannschaft. Gemeinsam stiegen sie 2012 in die oberste schwedische Spielklasse auf, konnten jedoch den sofortigen Wiederabstieg nicht verhindern. Nahm die sportliche Entwicklung des Teams nicht den gewünschten Verlauf, gelang es Tangnes immerhin, den Jungprofi in seinen ersten beiden Profisaisons zu einem Spieler mit NHL-Potential zu formen.

2014 unterzeichnete Everberg einen Vertrag bei der Colorado Avalanche – aus der zweithöchsten (!) Spielklasse Schwedens kommend. Zur allgemeinen Überraschung konnte sich der physisch starke Zwei-Weg-Stürmer einen Stammplatz in der NHL ergattern. Sein kometenhafter Aufstieg wurde allerdings in der zweiten Saison von Verletzungen und offensiver Ladehemmung gebremst, weshalb er mit Einsätzen im Farmteam Vorliebe nehmen musste. Nach je einer Saison in Schweden und Russland, einer Olympia-Teilnahme sowie den beiden Weltmeister-Titeln wagte Everberg diesen Herbst in Winnipeg einen neuerlichen Anlauf in Nordamerika. Aufgrund der stark bestückten Offensive der Jets erhielt er jedoch keine Chance in der NHL.

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Kläy bleibt seinem Beuteschema treu

Vom Profil und Spielstil her passt Dennis Everberg in das Beuteschema, das Kläy zuletzt bei ausländischen Flügeln bevorzugt hat. Wie seine Landsleute Klingberg und Stålberg imponiert er mit seiner physischen Durchschlagskraft und Verlässlichkeit in allen drei Zonen. Trotz seiner Postur bringt Everberg genügend Tempo mit, sodass er sich in das schnelle Umschaltspiel des Systems Tangnes einfügen sollte. Die Zuger hoffen, dass der Schwede einen sofortigen Gewinn für das zuletzt wenig potente Powerplay – bisher die Achillesferse – darstellen und im Ensemble eine ähnliche Rolle wie Klingberg – anfangs auch kein gefürchteter Vollstrecker – einnehmen wird.

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