Bull-etin Zug

Der EV Zug konnte den zweiten Platz nach der Olympia-Pause erwartungsgemäss verteidigen und seinen Status als bestes Team des Restes der Liga untermauern. Dass sich die Mannschaft vom ausgeglichenen Mittelfeld der Liga absetzen konnte, hängt neben der Inkonstanz anderer designierter Spitzenteams auch wesentlich mit dem dominanteren Auftreten nach den durchzogenen ersten beiden Dritteln der Meisterschaft zusammen.

Von Yannick Ringger (Bild: PHOTOPRESS / Samuel Golay)

Die Zuger haben allen Grund, ein gelungenes Fazit zu ihrer Regular Season zu ziehen. Bereits nach 43 Partien stand der Playoff-Einzug fest, nach 49 Runden die Sicherung des zweiten Platzes – erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte – und gegen Ende erhielten die Zuger zwischenzeitlich sogar nochmals eine minime Chance, den scheinbar entrückten und letztlich ebenso souveränen wie verdienten Qualifikationssieger SC Bern zu überholen. Dennoch dürfen diese Zahlen, die insbesondere dem Höhenflug im Januar zu verdanken sind, nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kolinstädter in dieser Qualifikation mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hatten. Ihr Saisonverlauf lässt sich denn auch in drei auffallende Phasen unterteilen: Nach einem resultatmässig guten, aber spielerisch durchzogenen Start, der auf wenig nachhaltigen Erfolgsquoten basierte, schlugen diese Zahlen – gepaart mit einer Verletzungsmisere – in eine Niederlagenserie um. Danach hat sich das Team gefangen und gewinnt seit anfangs Januar nicht nur mit der Kadenz eines Spitzenteams Spiele, sondern dominiert diese auch regelmässig.

Anfängliche Schwäche bei numerischem Gleichstand

Verschiedene Statistiken belegen diese Eindrücke. Zu Beginn der Saison konnten sich die Zuger auf hervorragende Special Teams, die Dominanz ihres Traumduos Garrett Roe und Viktor Stålberg, eine hohe Schusseffizienz sowie einen konstant guten Tobias Stephan (mit Ausnahme der Niederlagenserie im Oktober und November stets ein sicherer Wert im Tor) verlassen und die Unzulänglichkeiten bei numerischem Gleichstand übertünchen. Die Special Teams haben während der gesamten Saison zu den Besten der Liga gehört. Allerdings haben sich die Erfolgsquoten von einem astronomisch hohen Level von 26.32 Prozent (PP) und 91.49 Prozent (PK) nach neun Partien bis Ende Oktober auf 20.55 Prozent (PP) und 86.21 Prozent (PK) und zum Ende der Saison auf 21.26 Prozent (PP) und 83.01 Prozent (PK) reduziert, was immer noch jeweils für Rang 4 (PP) respektive 3 (PK) reicht.

Neben der zu erwartenden Regression bei den Special Teams und der Schusseffizienz führten auch Verletzungssorgen, das Fehlen von weiteren produktiven Linien, die latente Inkonstanz und das Nehmen von zu vielen Strafen zu einer resultatmässigen Krise im Oktober und November. Diese konnte angesichts der Passivität und der regelmässigen Unterlegenheit bei numerischem Gleichstand nicht überraschen. Ebenfalls ins Gewicht fiel die zeitweilige, unterdurchschnittliche Schusseffizienz von Leistungsträgern wie Diaz, Martschini oder McIntyre.

Dominantere Auftritte seit dem Jahreswechsel

Die sukzessive Rückkehr von einigen Leistungsträgern nach Verletzungen und Formtiefs gekoppelt mit dem Finden harmonierender Sturmlinien (die Defensive war trotz vielen Absenzen über weite Strecken solide aufgestellt) und einer aktiveren Spielweise, die auf mehr Puckbesitz und das Kreieren von Chancen ausgerichtet ist, hat den EVZ zurück in die Erfolgsspur geführt. Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben die Reduktion von Strafen (mit 4.12 Unterzahl-Situationen pro Partie jedoch immer noch zu hoch (Durchschnitt liegt bei 3.68) und konstantere Auftritte. Die zunehmende Dominanz lässt sich nicht nur an den Resultaten, sondern auch am optischen Eindruck und an statistischen Werten festmachen. So lag der Corsi-Wert (prozentualer Anteil an allen Schussversuchen in den eigenen Spielen) bis zur 35. Meisterschaftsrunde mit 47 Prozent an letzter Stelle. Seither betrug er überdurchschnittliche 50.7 Prozent, was die vermehrte Dominanz seit dem Jahreswechsel indiziert. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich bei den Statistiken, welche den Anteil an Schussversuchen ohne geblockte Schüsse und jenen der Schüsse auf das Tor messen, die beide in den letzten 15 Partien einen durchschnittlichen Wert von 51.3 respektive 50.17 Prozent aufgewiesen haben, nachdem sie in den ersten 35 Partien auf bescheidenen 47 Prozent gedümpelt waren (besten Dank an Micha Hofer für das Bereitstellen der Statistiken).

Werden diese starken Zahlen mit konstant überdurchschnittlichen Torhüterleistungen – Stephan weist mit 92.70 Prozent nach Berns Genoni die zweitbeste Fangquote auf –, und einem Arsenal an talentierten Scorern kombiniert, sind die wesentlichen Ingredienzen für ein Spitzenteam, das diesem Ruf konstant gerecht wird, vorhanden.

Meisteranwärter?

Dass sich die Mannschaft in der entscheidenden Qualifikationsphase steigern und als erster Verfolger des SC Bern etablieren konnte, war der erste Teil, um den in den letzten Playoffs erworbenen Status als ernsthafter Meisteranwärter zu bestätigen. Nun folgt der zweite Teil. Dabei lauern insbesondere zwei Herausforderungen auf die Zuger. Einerseits müssen sie beweisen, dass sie während des langen Meisterschaftsunterbruchs mit nur drei – eher bedeutungslosen – Ernstkämpfen in den letzten fünf Wochen nicht an Schwung eingebüsst haben. Anderseits müssen sie die erworbene Favoritenrolle annehmen und gegen die ZSC Lions dementsprechend auftreten – indem sie den Zürchern ihr Spiel aufzwingen und sich nicht zurückdrängen lassen. Eine ausführlichere Vorschau zum Z-Playoff-Viertelfinal folgt in den kommenden Tagen.

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