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Bull-etin Zug

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Heute Freitag startet der EV Zug in Davos in die neue Saison. Nach der erfolgreichen letzten Saison hat der Kader nur wenige Veränderungen erfahren. Die womöglich wichtigste Verstärkung besteht diese Saison nicht in der Form eines Spielertransfers, sondern aus den Lehren vergangener Erfahrungen.

Von Yannick Ringger

Das Schicksal will es, dass der Eissportverein in Davos in die neue Saison startet. Ausgerechnet in Davos. Der Saisonauftakt markiert die erstmalige Rückkehr auf den Zauberberg seit dem grössten Triumph des Klubs in den letzten 19 Jahren. In einem phasenweise begeisternden Playoff-Run konnten die Zuger endlich ihr erstes Playoff-Heimspiel in der Ära Kreis gewinnen, bevor sie in Davos den erstmaligen Einzug in den Playoff-Final seit dem Meistertitel 1998 bewerkstelligten. Die anschliessende Finalserie gegen den SC Bern hat deutlich gezeigt, was den Zugern noch zum Triumph fehlt. Eine Portion Speed. Und vor allem viele Faktoren, die sich nicht in Statistiken messen lassen und auf dem Eis nicht offensichtlich auffallen. Erfahrung, Ruhe in den brenzligsten Momenten, Siegermentalität. Alles Faktoren, über die Teams wie der SCB, die ZSC Lions oder der HC Davos en masse verfügen.

Von den Zugern verfügte im Frühjahr kaum jemand über Finalerfahrung. Genau die Serie gegen Bern und der unbedingte Hunger, nicht noch einmal eine Pokalübergabe als Zuschauer auf dem heimischen Eis verfolgen zu müssen, können sich unter Umständen mittelfristig als Gewinn für die Zuger herausstellen. Die letzten Jahre im Schweizer Eishockey haben allerdings gezeigt, dass dieser letzte Schritt der schwierigste ist. Genève-Servette, Gottéron, Kloten und Lugano versanken in der folgenden Saison jeweils wieder im Mittelfeld und straucheln bis heute, konstanten Erfolg zu erreichen.

Blutauffrischung in der Defensive

Deshalb sind die Zuger gut beraten, ihre Strategie der Nachwuchsförderung konsequent und geduldig weiterzuverfolgen. Erste Früchte wird diese bereits heuer tragen. Mit Livio Stadler, Tobias Geisser und Tobias Fohrler gehören drei junge Verteidiger zum fixen Bestandteil der ersten Mannschaft, die zu regelmässigen Einsätzen kommen werden. Nach dem Ausfall Alatalos bis voraussichtlich Ende Jahr, dürfen insbesondere Stadler und Geisser mit Top-Six-Einsatzminuten rechnen. Beide spielten in der Vorbereitung neben arrivierten Kräften wie Diaz oder Schlumpf und haben angedeutet, dass sie die notwendigen Fertigkeiten haben, bereits jetzt in der obersten Spielklasse zu bestehen. Die beiden U-20-Nationalspieler verfügen über eine hohe Spielintelligenz, einen soliden ersten Pass und den nötigen Speed. Beide gehören zum Besten, was die Schweiz in ihrem Jahrgang und auf ihrer Position zu bieten hat. Mit der Absenz Alatalos erhalten sie die Gelegenheit, dies nachdrücklich unter Beweis zu stellen.

Mit den bisherigen Diaz, Grossmann, Helbling und Schlumpf (sowie dem verletzten Alatalo und dem stark verbesserten Morant) verfügen die Zuger über eine der komplettesten Defensiven der Liga. Dies, gepaart mit dem klaren und verinnerlichten System von Coach Kreis sowie einem verlässlichen Torhüter Stephan, sollte wesentlich zu einer ruhigen Zuger Qualifikation beitragen – vorausgesetzt, die Verletzungshexe schlägt nicht noch einmal heftig zu und die jungen Verteidiger schöpfen ihr Potential einigermassen konstant aus.

Fragezeichen auf der Center-Position

Mehr Unsicherheit gibt es in der Offensive. Auch hier werden junge Spieler wie Fabio Arnold, Fabio Kläy, Sandro Forrer und Yannick Zehnder eine Chance erhalten – umso mehr als Reto Suri und Nolan Diem ebenfalls verletzt ausfallen. Gerade von letzteren beiden hätte man diese Saison eine etwas höhere offensive Ausbeute erwartet. Beide sind effektive Zwei-Weg-Stürmer, die im Penalty Killing und mit ihrem kämpferischen Stil wichtige Attribute mitbringen. Dennoch dürfte man von einem Nationalstürmer wie Suri deutlich mehr als vier Tore erwarten, zumal er normalerweise neben Martschini aufläuft. Bei Diem liegt der Fall als nomineller Viertlinien-Center etwas anders. Er dürfte nach seiner Rückkehr wohl eine grössere Rolle einnehmen als zuletzt, da die Center-Positionen auf dem Papier etwas mehr Fragen aufwerfen als letzte Saison.

Garrett Roe und Timothy Kast bringen, ebenso wie Flügel Viktor Stålberg, Speed in die Mannschaft, der zuvor phasenweise gefehlt hat. Roe sollte mit seiner Spielübersicht, Technik und sattem Schuss alle Anlagen besitzen, um über 40 Punkte zu buchen. Zudem ist er trotz seiner relativ geringen Grösse physisch stark und kann mit seiner Aggressivität das Team mitreissen, womit er Holdens Lücke diesbezüglich einigermassen stopfen sollte. Seine Stärken liegen in einem kompromisslosen Forechecking, mit dem er in der letzten CHL-Partie gegen Jyväskylä zwei Turnovers provozierte, die er prompt in zwei Treffer ummünzte. Ein Fragezeichen bleibt, ob auch im Boxplay auf ihn gesetzt wird. Bisher gehörte das nicht zu seinen Spezialitäten. Kast wird diese Rolle sicher ausfüllen, doch stellen sich bei ihm Fragen, ob er offensiv genug beisteuern kann, damit Zug auch künftig mit drei Linien regelmässig scoren kann. Letzte Saison hat er in Genf noch einmal wesentliche Fortschritte gemacht, obwohl er aufgrund der Genfer Verletzungsmisere oft als Verteidiger aushelfen musste. Gelingt ihm dies auch nächste Saison und harmoniert er mit Klingberg und Senteler, könnte sich seine Verpflichtung als Coup erweisen, denn mit Stålberg konnten die Flügelpositionen um einen weiteren Power Forward ergänzt werden, womit die Kolinstädter die Schnelligkeit Zanggers kompensieren und um eine zusätzliche Portion Physis ergänzen konnten. Reüssiert Kast nicht wie gewünscht, wird der EVZ wohl allzu sehr von den beiden Toplinien abhängen.

Bilanz

Erfüllen die neuen Spieler die Erwartungen, kann der EVZ erfolgreich auf der letzten Saison aufbauen. Die Addition von Speed, die Verjüngung der Abwehr und insbesondere die Lehren aus dem verlorenen Final sind alles Faktoren, welche zuversichtlich stimmen. Allerdings hat die Vorbereitung mit den drei längerfristigen Ausfällen von Diem, Suri und Alatalo gezeigt, dass die Zuger heuer wohl weniger von Verletzungen verschont bleiben werden. Trifft es einen Schlüsselspieler zu viel, könnte dies angesichts des schmalen Kaders – vor allem wenn die Jungen noch nicht so weit wie erwartet sind – und des dichtgedrängten Programms mit Dreifachbelastung und Olympia – an der wohl auch einige der Zuger Ausländer antreten werden – zu einer harten Belastungsprobe führen.

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