MSL Spin-O-Rama

Es geht in die nächste Runde dieses Blogs. Heute geht es um Sterne, weshalb ich mich getäuscht habe und mein Versuch, dem Hockeyblog „ZahlenHockey“ heute mal Konkurrenz zu machen.

E i s hilft bei schmerzhaften Niederlagen immer. 
Christoph Perren

Krieg der Sterne

Dass der HC Sierre aufgestiegen ist, bringt einen sehr positiven Nebeneffekt mit in die MySports League. Wie ich bereits thematisiert habe, dürfte dies vielleicht nur ein Jahr andauern, aber darauf komme ich in einem späteren Artikel zurück.

Jedenfalls ist durch den Aufstieg von Sierre ein drittes Derby in der MySports League entstanden. Neben Dübendorf & Bülach sowie Thun & Wiki kämpfen jetzt auch die beiden Walliser Mannschaften, HC Valais-Chablais & HC Sierre um den Derbysieg. Das finde ich vor allem auch toll, weil beide einen Stern als Logo haben und ich deshalb „Kampf der Sterne“ als Titel nehmen konnte… Zurück zum Thema: Sierre & Valais-Chablais spielten nun ihr zweites Derby. Und damit auch ihr zweites Derby gegeneinander in beiden Vereinsgeschichten, vorher war das Derby gegen Red Ice Martigny, der HCV spielt lediglich in derselben Eishalle.

Erfreulicherweise waren an diesem Tag 2‘144 Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort. Das ist in der 396 Tage alten Liga ein Zuschauerrekord, fast um das Doppelte (1‘231 im Playoff-Final Dübi vs Brandis). Ausserdem war es ein Derby der typischen Art, wie es die anderen nicht bieten können:

Wir befinden uns in den letzten Sekunden vom Spiel und Sierre schoss gerade das entscheidende 3:1 ins leere Tor. Auguste Impose, hinter dem Tor, konnte den Puck vors Tor passen, wo Guillaume Maillard nur noch die Scheibe hineinschieben musste.

Viele Emotionen im neuen MSL Derby
Screenshot Canal 9

Beim anschliessenden Jubel, foulte HCVs Jimmy Oudelet den Torschützen und schien ein Beinstellen der gröberen Art auszuführen. Maillard stürzte nicht und liess das natürlich nicht auf sich sitzen. Er schubste darauf aber den falschen Spieler um - Romain Seydoux. Das sah Sierres Massimino Yoan und ging auf den tatsächlichen Übeltäter Oudelet los, indem er ihn relativ hart gegen die Bande stiess und ihn weiter zu traktieren versuchte. Torhüter Maxime Baud ging von der Spielerbank aus in die Schlägerei und lieferte sich eine Keilerei mit Maxime Montandon.

Es wurden insgesamt 150 Strafminuten ausgesprochen. Matchstrafen für Jimmy Oudelet (er war der Auslöser mit dem Stock) & Torhüter Maxime Baud (er stiess von der Spielerbank dazu). Fünf + Spieldauer für Massimino Yoan, weil er auf den Auslöser losging und 2+2+10 für Maillard Guillame weil er den falschen Umgenietet hat und anschliessend ebenfalls noch an der Schlägerei beteiligt war. Zusätzlich mit den Strafen während des laufenden Spiels (unter anderem auch eine Matchstrafe) - kommen wir auf 150 Strafminuten.

Ein Derby wie wir es lieben. Noch haben die beiden Walliser Mannschaften zwei weitere Derbys vor sich, das eine ist schon am 30. Oktober, wobei wir beim Thema komischer Spielplan wären.

Ich habe mich geirrt

Ganz kurz, bevor es mit dem eigentlichen Hauptthema weitergeht:

Ich wollte mich über die Anspielzeiten in der MySports League beklagen. Die waren letztes Jahr zum Teil schrecklich, vor allem Brandis hat es mit seinen 16:45 Spielen auf die Spitze getrieben. Sonst waren es die 17 Uhr Spiele, die mir zu schaffen gemacht haben. Ich habe mehrere Spiele verpasst und meine Samstage waren zerstört, weil man teils schon um 14 Uhr gehen muss und um 10 Uhr abends nach Hause kommt. Wenn man den Freitagabend noch verarbeiten muss und am Abend um 10 Uhr keine Lust mehr hat in den Ausgang zu gehen, ist der Tag erledigt.

Bevor ich mit Schreiben angefangen hatte, schaute ich schnell die Anspielzeiten diese Saison an, um sicherzugehen dass ich mich nicht blamiere. Ich hätte mich prompt blamiert. Ich war erstaunt, eine riesige Verbesserung!

Tiefer möchte ich eigentlich nicht gehen, ich schreibe nur viel, wenn ich mich beschweren kann. ;-) Spass bei Seite, wir haben wichtiges zu besprechen:

Auswärtsfahrten

Für diejenigen, die meinen Twitter-Feed Lesen (@caschthi) wurden am 13. Oktober leicht „zugespamt“. Der EHC Basel konnte an diesem Tag auswärts 3 Punkte holen! Das ist seit dem 14. Oktober 2017 in einem Qualifikations-Auswärtsspiel nicht mehr passiert. Es gab also eine einjährige Auswärtspleite. Nur Anfangs 2018 (Saison 17/18) - nach dem Trainerwechsel - konnte der EHC aus ein paar Spielen auswärts einen oder zwei Punkte mitnehmen. Nichts Besonderes. Aber drei Punkte lagen seit dem 85 Jahr Jubiläum in Düdingen nicht mehr drin.

Ich dachte mir, auch schon vorher, liegt es vielleicht an den Auswärtsfahren? Denn wir hatten letztes Jahr offensichtlich schon Probleme in fremden Stadien. Die MySports League ist wieder national, die Spieler gehen aber tagsüber genauso wie vorhin einer Arbeit nach. Ich habe mir einmal ausgerechnet, wie es denn Liga weit aussieht. Weil zufälligerweise (ich wusste erst davon, als alles schon aufgeschrieben war) der Verband mit seinem NL&SL Inside eine Grafik machte, wie weit die Auswärtsfahrten in der National League sind, haben wir jetzt sogar einen Vergleich.

Fangen wir an:

Zuerst eine einfache Übersicht, um zu sehen, wie es Liga weit aussieht.

Ich habe alle Fahrten so ausgerechnet, wenn man per Autobahn reisen würde. Der Grund warum ich das erwähne sind Sierre und Chur. Diese könnten theoretisch teils mit einem Tunnel eine grosse Abkürzung nehmen. Da ich aber auf Anfrage keine Antwort (vor allem nicht von Sierre) erhalten habe, gehe ich überall von Autobahn aus.

Übersicht, geordnet nach Alphabet

Man sieht, zwei Teams stechen hervor. Das war auch irgendwie logisch, Chur und Siders sind nicht im Zentrum der Schweiz. Allerdings kann Chur trotzdem froh sein, ist es nicht Arosa. Sonst müsste man müsste noch jeweils 365 Kurven addieren. Schauen wir uns die Fahrten einmal nach Resultaten an. Und ja, dies sieht ein bisschen langweiliger aus. Mir sind die Farben ausgegangen. Ha.

Rangliste und Durschnitt

Huttwil, Düdingen, Wiki & Thun sind alle sehr dicht beieinander. Und dabei rede ich nicht zwingend von der Tabelle, auch geographisch trennen sie geschätzt so durchscnittliche um die 50 Kilometer. Was sie aber trennt, sind die Gruppen. Was wäre, wenn Huttwil in der anderen Gruppe wäre? Fast 2000 Kilometer mehr. Es könnte auch umgekehrt sein, man sieht wie wichtig die Gruppeneinteilung ist in der MySports League.

Schauen wir und doch mal die eigens dafür kreierte Karte an:

Da überrascht es nicht, dass Huttwil am wenigsten Kilometer zurücklegen muss.

Ab hier wird es gründlich, für diejenigen, die es interessiert geht es jetzt ans Eingemachte. 

Wir sehen uns jedes Team einzeln an, nach Alphabet.

Epilog & Fazit

Die Idee zu diesem Blogthema is ja dadurch entstanden, dass ich geglaubt habe die weiten Auswärtsfahrten würden der Mannschaft schaden. Die Erkenntnis durch diese Tabellenführung: Tut es definitiv nicht. Schaut man sich die aktuelle Tabelle der MySports League an, so ist Sierre, mit den meisten Auswärtsfahrten, an der absoluten Spitze der sportlichen Tabelle. Ein Thun hingegen muss kämpfen und Düdingen wird auch nicht mehr lange mithalten können.

Demnach haben die Strecken wahrscheinlich wenig mit der Leistung zu tun. Hilft es, dass Chur fast doppelt so viel wie Huttwil reisen muss? Und dabei gleich noch zwei National League Teilnehmer übertrumpft? Eher nicht. Hat es einen grösseren Einfluss auf die Qualifikationsspiele? Eher nicht.

Egal auf welches Resultat man kommt, man kann jetzt besser sehen, was all diese Spieler zurücklegen und leisten müssen. Alle arbeiten „nebenbei“ noch und es ist nicht garantiert, dass der Arbeitgeber kulant ist mit den Rückkehr-Zeiten. Viele passen sich ein bisschen an – viele sicher aber auch nicht.

Ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen mit meinen Basic-Charts für 10 Minuten gut unterhalten, vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Chart, ob die langen Fahrten jeweils erfolgreich waren. Vielleicht gibt es auch Charts von was Sinnvollem, aber das ist in der MSL nun mal schwierig. Vielleicht gibt es auch gar keine Charts mehr, who knows?

E scheene!

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Ein Eishockeyfan aus dem eishockeytechnisch totgeschriebenen Basel schreibt über die Liga mit dem Fernsehsender als Sponsor. Leichte EHC Basel-Tendenz nicht ausgeschlossen.

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22 October 2018

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