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Eishockeywelt

Alle Jahre wieder stehen die U20-Weltmeisterschaften im Schatten des Spengler Cups. Dieses Jahr könnte dies dank der erstmaligen Übertragung im freien Fernsehen ändern. Es gibt nichts spannenderes, als einem Team zu zuschauen, welches sich immer wieder aufopfert. Die Auswahl von Christian Wohlwend verspricht noch eines: Spektakel und Freude.

Von Urs Berger (eishockeywelt.com)

Seit über zehn Jahren verfolge ich das Junioren Eishockey hautnah. Alle Jahre freue ich mich mit der Mannschaft über Erfolge, ärgere mich über Niederlagen und bin immer wieder erstaunt, wie nahe die Schweizer doch an einem Erfolg sind. So war es 2010 in Saskatoon, als ein gewisser Nino Niederreiter die Schweizer in das Halbfinale führte. Auch 2011 war ich in Buffalo, als die Schweizer auf dem fünften Rang abschlossen. Der Abstieg 2008 in Liberec und Pardubice war für mich ein Schlag in die Magengrube. Der schnelle Wiederaufstieg 2009 in Herisau versöhnte mich wieder. Und in diesem Jahr? Ich werde mich wieder ärgern über Niederlagen, freuen über Siege und mit den Spielern leiden.

Was können wir uns in diesem Jahr von den jungen Spielern erhoffen? In der Gruppe B kann zwischen Abstieg und Viertelfinale alles im Bereich liegen. Um dann in das Halbfinale vor zu stossen? Durchaus möglich. In Buffalo haben sich schon viele verrückte Geschichten abgespielt. Erstaunen würde mich ein Vorstoss in die Halbfinale nicht. Aber ich bin eher pessimistisch, dass das Viertelfinale Endstation sein wird.

Matteo Ritz als Nummer 1 gesetzt

Beginnen wir mit der Mannschaftsbeurteilung im Tor. Mit Matteo Ritz, Philip Wüthrich und Akira Schmid sind gute Schlussmänner vorhanden. Als Nummer eins dürfte Matteo Ritz gesetzt sein. Der Lausanner kann an den Weltmeisterschaften derjenige Spieler sein, auf welche die Mannschaft setzten muss. Er verfügt über genügend Erfahrungen, um in engen Spielen den Unterschied auszumachen. Akira Schmid wird wohl die Nummer zwei sein. Der talentierte Schlussmann versteht es, das Spiel gut zu lesen und gute Entscheidungen zu treffen. Bleibt noch Philip Wüthrich. Der Keeper des SC Bern hat grosses Potential, setzt dieses aber zu wenig oft ein. Als ich ihn vor zwei Jahren am Ivan Hlinka Memorial Cup sah, war ich begeistert. Doch inzwischen ist dies ein wenig verflogen.

In der Verteidigung stehen mit Nico Gross und Simon Le Coultre zwei erfahrene Spieler zur Verfügung. Zusammen mit Elia Riva und Tobias Geisser stehen die beiden ersten Verteidigungspaare fest. Aller vier haben eines gemeinsam: Sie können bereits auf Erfahrung in den Weltmeisterschaften zählen und gelten auch als Teamleader. Ich freue mich vor allem auf Tobias Geisser und Nico Gross. Beide konnten mich in den letzen Jahren überzeugen. Es würde mich nicht erstaunen, wenn beide im Power- wie auch Boxplay zum Zuge kommen.

Philipp Kurashev und Nando Eggenberger im Fokus der Scouts

Im Sturm können wir auf Philipp Kurashev zählen. Der Spieler der Quebec Remparts ist für mich der nächste Nico Hischier. Er wird zwar im Draft nicht als Nummer eins gehen, dennoch verfügt er über sehr viel Talent und kann sowohl als Center wie auch als Flügel eingesetzt werden. Kurashev hat einen satten Schuss und sorgt vor dem Tor für viel Gefahr. Zudem kann er auch nach hinten absichern.

Nando Eggenberger kann der Captain des Teams werden. Der Davoser ist für sein Alter erstaunlich abgeklärt und weiss, wie man sich in den verschiedensten Situationen verhält. In Davos konnte er sich unter Trainer Arno del Curto bis jetzt ruhig entwickeln und erhielt von diesem oft Eiszeit im Power- und Boxplay. Mit einer guten U20-Weltmeisterschaft kann er sich in den Rankings des Scoutings durchaus auch in die erste Runde spielen.

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Nando Eggenberger im Dress des HC Davos. (Bild: PHOTOPRESS / Juergen Staiger)

Valentin Nussbaumer ist ein Juwel mit grossem Potential

Erfreulich ist, dass auch der Bieler Valentin Nussbaumer an der U20-Weltmeisterschaft dabei ist. Der 17-jährige ist ein Juwel und kann 2019 in der ersten Runde ausgewählt werden. Er ist für mich ein Spieler, welcher dorthin geht, wo es blaue Flecken absetzt und sich nicht scheut, auch defensiv zu arbeiten. Zu viel dürfen wir aber von ihm (noch) nicht erwarten. Es spielt seine ersten Juniorenweltmeisterschaften überhaupt. Zu viel Neues wird auf Nussbaumer zukommen. Kann er damit umgehen, so wird er in den kommenden beiden Saisons noch viel erreichen.

Sieg über Weissrussland – Danach ist alles möglich

Ich freue mich auch dieses Jahr auf die U20 WM. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Junioren uns in diesem Jahr überraschen können. Der Spielplan meint es gut mit dem Team von Christian Wohlwend. Sollten die Schweizer das erste Spiel am 27.12 gleich gewinnen (Weissrussland), so wären sie mit grösster Wahrscheinlichkeit alle Sorgen einer möglichen Abstiegsrunde los. Danach könnten sie befreit aufspielen und ohne Druck dem einen oder anderen Favoriten ein Bein stellen. Hier sehe ich sowohl Russland als auch Tschechien als mögliche Punktelieferanten. Dann wäre Rang zwei in der Gruppe B eine Möglichkeit. Schweden wird wohl kaum in der Reichweite der Schweizer sein. Zu gut ist dieses Team besetzt.

Die Schweiz ist bereit, das Trojanische Pferd in dieser Gruppe zu sein. Und wieso soll ein Gang in das Halbfinale nicht möglich sein? Dass die Schweizer dies können, haben sie schon des Öfteren gezeigt. Nur sollte es dieses eine Mal eine Medaille sein. Die letzte wurde auf diesem Niveau 1998 in Helsinki erreicht.

Alle Spiele der U20-WM in Buffalo, können auf www.eishockeywelt.com im Live-Ticker mitverfolgt werden.

U20-WM Vorschau - die Gruppe der Schweizer: Weissrussland | Russland | Schweden | Tschechien

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