Zahlen Hockey

Statistiken aus fünf oder sechs Spielen sind eigentlich nicht sehr aussagekräftig. In so wenigen Spielen hat der im Eishockey sehr wichtige Zufall einen grossen Einfluss auf die Ergebnisse. Trotzdem können Zahlen Aufschluss darüber geben, was die entscheidenden Faktoren in einer Serie waren, und welche Teams in den Serien wo die Oberhand hatten.

Von Micha Hofer (Grafiken zum Vergrössern anklicken)

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Bern – Genf

Man hat eine klare Serie erwartet, und die Resultate sprechen dafür, dass es diese auch gegeben hat. Sieht man mal vom ersten Spiel ab, dann hat sich Genf allerdings in den Schussstatistiken trotzdem ziemlich gut geschlagen. Schon während der ganzen Saison war der SC Bern aber nicht unbedingt die Mannschaft, die ihre Spiele wegen viel Puckbesitz gewinnen kann. Die Dominanz der Berner kommt von der unter Kari Jalonen immer sehr hohen Schusseffizienz und dem hohen Prozentsatz der geblockten gegnerischen Schüsse. Der SCB war in der ersten Playoff Runde (wie in der Regular Season) auch wieder bei weitem das disziplinierteste Team, was in Kombination mit den sehr guten Special Teams ein weiterer Faktor für den Berner Erfolg war.

Fribourg – Lugano

Gottéron war über weite Strecken sicher das bessere Team in dieser Serie. Die Fribourger hatten signifikant mehr Schüsse als Lugano. Man kann sich hier zwar über die Qualität der Schüsse dieser beiden Teams streiten, aber wenn der Torhüter eine Abwehrquote von 84% hat, haben noch die wenigsten Teams eine Playoff Serie gewonnen. Auf der defensiven Seite haben die Luganesi aber sicher auch einiges gut gemacht. Merzlikins’ Leistung gehört zu den besseren unter den Torhütern der ersten Runde, und auch das Boxplay von Lugano lässt sich sehen.

Zürich – Zug

In dieser Serie haben ganz klar die Special Teams den Unterschied gemacht. Bei Gleichzahl hat der EVZ 10 und der ZSC 9 Tore erzielt. Rechnet man alle Tore, die nicht bei Gleichzahl gefallen sind zusammen (also auch die beiden Shorthander), kommt der EVZ auf 2, der ZSC auf 8 Tore. Die letztendliche Tordifferenz von +5 für den ZSC, kommt also gänzlich aus den Special Teams. Bei 5 gegen 5 waren die beiden Teams über die ganze Serie gesehen auf Augenhöhe.

Davos – Biel

Wenn beide Teams den exakt gleichen Prozentsatz ihrer Schüsse in Tore verwerten können, dann gewinnt das Team, dass mehr Schüsse aufs Tor bringt. Und das war in dieser Serie der EHC Biel. Interessant ist der krasse Unterschied bei den Special Teams. Der HC Davos mit einem 38% Powerplay und einem 91% Boxplay verliert die Serie. Die «Hockeyweisheit», dass Special Teams die Spiele entscheiden, bestätigt sich nicht. Bei Biel klappt das mit der Entscheidung auch gut bei 5 gegen 5.

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Advanced Stats haben mittlerweile auch im Schweizer Eishockey eine Heimat gefunden. Leider aber nur bei den Teams, nicht in den Medien. Diese Lücke will dieser Blog füllen.

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