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Gaëtan Haas hat gute Chancen, sich bei den Edmonton Oilers diese Saison einen Stammplatz zu ergattern. Einerseits aufgrund seines „Skill Sets“ (Schnelligkeit, hoher Hockey-IQ und defensiv solid), aber auch, da die Oilers auf der Dritt- und Viertliniencenterposition schwach besetzt sind.
Meine Vorhersage: Haas kommt in 60 Spielen auf 23 Punkte (8 Tore / 15 Assists).

Remo Max Schindler / remografie.ch

Haas unterzeichnet Einjahresvertrag bei den Oilers im Juni 2019

Anfangs Mai dieses Jahres unterschrieb Ken Holland, welcher bei den Detroit Red Wings über 15 Jahre als General Manager tätig war und in dieser Zeit dreimal den Stanley Cup gewann, bei den Edmonton Oilers einen Fünfjahresvertag als GM. Eine seiner ersten Amtshandlungen einen Monat später war die Verpflichtung des frischgekrönten Schweizermeisters Gaëtan Haas, welcher bei den Oilers einen Entry Level-Vertrag über eine Saison zu einem Gehalt von USD 925,000 unterzeichnete. Holland hatte Haas bereits als er noch bei den Red Wings tätig war beobachtet und angesichts der Schwäche der Oilers in deren „Bottom Six“ ist Haas’ Verpflichtung wenig überraschend.

Auf welcher Position hat Haas die besten Chancen?

Mit Connor McDavid, Leon Draisaitl und Ryan Nugent-Hopkins haben die Oilers wohl das beste Center- (wenn nicht sogar Angreifer-) Trio in der ganzen Liga. Beim Rest des aktuellen Kaders handelt es sich jedoch primär um Bottom Six-Angreifer. Insbesondere auf der Flügelposition sind die Oilers äusserst schwach besetzt, weshalb Draisaitl auch dieses Jahr wieder als linker Flügel in der ersten Linie neben McDavid als Vollstrecker auflaufen dürfte. Daneben ist Nugent-Hopkins als Center der zweiten Linie gesetzt. Danach aber ist die Konkurrenz auf der Centerposition für Haas ganz und gar nicht überwältigend. Wohl gilt das gleiche auch für die Flügelpositionen, und zwar nicht nur in der dritten und vierten Linie, aber als natürlicher Center scheint die Position als Dritt- oder Viertliniencenter für Haas am realistischsten.

Seine Konkurrenz hier ist alles andere als berauschend:

  • Jujhar Kaira ist ein typischer Power Forward, der auch Flügel spielen kann, aber mit nur 0.27 Punkten pro Spiel in 154 NHL-Spielen wohl eher für eine Flügel- bzw. die Viertliniencenterposition prädestiniert ist,
  • Colby Cave hat zwar in der AHL solid produziert mit knapp einem halben Punkt pro Spiel, war aber eine Stufe höher mit nur 8 Punkten in 56 NHL-Spielen ziemlich impotent,
  • Cooper Marody erzielte über einen Punkt pro Spiel in der AHL letztes Jahr, hat aber wohl nicht genügend Fuss-Speed um in der NHL mithalten zu können und i
  • Veteran Kyle Brodziak dürfe es angesichts seines Alters und einer langen Verletzungspause schwer haben, nochmals in die NHL zurückzukommen.

Haas Konkurrenten für die 3C- oder 4C-Position sind also sowohl in Sachen Anzahl als auch Qualität limitiert.

Was für Haas spricht

Haas hat in den letzten drei Jahren in der Schweizer National League solide Werte produziert mit insgesamt 112 Punkten (41 Tore und 71 Assists) bzw. einem Durchschnitt von 0.80 Punkten pro Spiel. Daneben war er regelmässig Teil der Nationalmannschaft und erzielte in 33 Spielen je 6 Tore und Assists oder 0.36 Punkte pro Spiel. Haas ist ein schneller Spieler mit der Fähigkeit schnell und präzis abzudrücken. Daneben hat er einen hohen Hockey-IQ, kann eine Linie führen und ist auch defensiv solid. Schliesslich schiesst Haas rechts und ist solid im Powerplay, beides ebenfalls Bereiche, in denen bei den Oilers grosse Lücken klaffen.

Was könnte Haas in die Quere kommen?

Das momentane Hauptrisiko für Haas ist, dass die Oilers noch einen zusätzlichen Bottom Six-Center verpflichten. Es gibt einige Namen mit einem soliden Resumé welche mit den Oilers bereits in Verbindung gebracht wurden. Insbesondere Riley Sheahan, welcher allerdings eine schwache letzte Saison hinter sich hat und noch ohne Vertrag dasteht. Holland kennt Sheahan aus Zeiten der Red Wings und dass bis jetzt noch nichts passiert ist, spricht eher gegen eine Verpflichtung von Sheahan. Ein weiterer Kandidat war Derick Brassard, welcher allerdings kürzlich bei den Islanders unterschrieben hat. Ein Trade ist auch eher unwahrscheinlich angesichts der Tatsache, dass die Oilers nahe an der Salary Cap-Obergrenze sind und nur Aussenseiterchancen auf die Playoffs haben (die Chancen, dass sie die Playoffs erreichen, liegen nur bei etwa 20%). Deshalb dürften Sie eher daran interessiert sein, noch einmal einen guten Draft-Pick einzukassieren und ihren vielen Verteidigertalenten noch eine Saison in den Minors zu geben, um sich weiterzuentwickeln.

Vorhersage: 23 Punkte in 60 Spielen für Haas

Ich denke, dass es Haas nach gewissen Anfangsschwierigkeiten gelingen wird, einen Stammplatz im Kader der Oilers zu ergattern. Er wird zwischen der dritten und vierten Centerposition rotieren, aber tendenziell den Auftrag haben, Tore zu produzieren und nicht nur diese zu verhindern. Insgesamt sehe ich ihn bei etwa 14 Minuten pro Spiel, davon auch eine gute Minute in der zweiten Powerplayformation. Punktemässig erwarte ich 8 Tore, 15 Assists und 23 Punkte insgesamt, davon 5 im Powerplay. Dies entspräche 0.38 Punkten pro Spiel. Zum Vergleich: Der 26-jährige Sven Andrighetto, welcher kürzlich einen Vertag in der NHL bei Avangard Omsk unterschrieben hat, kam in 216 NHL-Spielen auf einen Durchschnitt von ebenfalls 0.38 Punkten pro Spiel. Er blieb aber letztes Jahr deutlich darunter, bei allerdings nur gut 11 Minuten Eiszeit pro Spiel.

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Die Schweizer erobern die beste Liga der Welt. Dieser Blog analysiert die Situation und Aussichten aktueller und potentieller Schweizer NHL-Spieler.

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