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Der zweite Block und die Specialteams der Schweizerinnen machten am Sonntag den Unterschied. Alle Tore kamen vom infernalen Duo Lara Stalder/Alina Müller. Dank dem 4:1 über Tschechien fahren die Eidgenossinnen 2018 nach Peongchang.

Von Andreas Reiner

Die Affiche zwischen den beiden Mannschaften liess auf ein spannendes Spiel hoffen. Entsprechend gingen die Teams ans Werk. Es kam zu wenigen Chancen im ersten Drittel, fünf auf Seiten der Schweizer, deren sechs auf tschechischer Seite. So waren denn Tore auch eine Mangelware. Gerade eines bekamen die etwas mehr als 1'300 Zuschauer in Arosa zu sehen. Denisa Krizovas Schuss prallte an Florence Schellings Beinschoner ab und Aneta Ledlova hatte keine Mühe den Puck zum 1:0 Pausenstand zu versenken. Einen Schreckmoment gab es auf Schweizer Seite als Evelina Raselli unglücklich in die Bande prallte und für den Rest des ersten Drittels aussetzen musste.

Steigerung im Mitteldrittel

Am Ende des ersten, und zu Beginn des zweiten Drittels musste die Schweiz eine doppelte Unterzahl überstehen. Die Tschechinnen agierten aber sehr umständlich. Sie bissen sich zwar im Angriffsdrittel fest, kamen aber kaum zu guten Chancen. In der 35. Minute hatte Alina Müller einen Glanzmoment, als sie einen Pass von Lara Stalder mit einem harten Slapshot direkt ins Tor beförderte. Die Schweizerinnen hatten nun endlich besser ins Spiel gefunden, kreierten mehr und bessere Chancen und wurden 18 Sekunden vor Schluss mit der erstmaligen Führung durch Lara Stalder belohnt.

Beide Teams gaben sich in der Folge immer wieder die Möglichkeit im Powerplay zu guten Chancen zu kommen. Die Tschechin Kolowratova sass gerade auf der Bank, als Alina Müller zum zweiten Mal skorte. Christine Meier hatte sie angespielt und Müller traf aus spitzem Winkel zur 3:1 Führung nach 50. Minuten. Sie freute sich nach Spielschluss entsprechend: „Jede in unserem Team ging heute aufs Eis und wollte gewinnen, da brauchte es keine spezielle Motivation, das Spiel war Motivation genug.“

Die Tschechinnen nahmen ihre Torhüterin Peslarova aus dem Tor als noch etwas mehr als zwei Minuten zu spielen waren. Doch wie so oft entwischte Alina Müller und spielte den Querpass auf Lara Stalder, welche zum Schlussstand von 4:1 einschob.

Tränen der Freude bei Müller

Angesprochen auf die letzte Situation des Spiels, als Alina Müller den Pass auf Lara Stalder spielte, statt selber das Tor zu schiessen meinte Müller, sie habe gewusst, dass Stalder den Puck auf jeden Fall versenken würde und habe deshalb den Pass gespielt. Man merkte, dass die letzten Tage nicht spurlos an der jungen Stürmerin vorbeigegangen sind: „Nach dem Empty-Net-Tor waren mir schon die ersten Tränen gekommen. So eine Situation habe ich noch nie erlebt, es war ein solch wichtiges Spiel und ich bin froh, dass es aufgegangen ist.“

Die Schweizerinnen haben ihr erstes Saisonziel erreicht und fahren 2018 an die olympischen Spiele nach Südkorea. Cheftrainerin Daniela Diaz freute sich natürlich über den Moment, hatte den Fokus aber bereits wieder justiert: „Ab nächster Woche gilt der Fokus ganz klar der Weltmeisterschaft, wo wir den Liga-Erhalt als Ziel ausgegeben haben.“

Die Schweizerinnen haben in den letzten Tagen bewiesen, dass sie weiterhin zu den Top-Nationen gehören. Sie haben als es zählte, ihre Leistung gegen schwächer klassierte aber auch gegen ebenbürtige Gegner abrufen können. Diaz’ Team ist noch jung aber gespickt mit Talent, welches sich unter ihrer Leitung weiterentwickeln dürfte. Was die Tschechinnen angeht, werden sie an den kommenden Weltmeisterschaften die Chance zur Revanche bekommen: Ihr erster Gegner wird, wen wundert’s, die Schweiz sein.

Bemerkungen:
Tore: 18’ 0:1 Ledlova (Krizova, Mrazova), 35’ 1:1 Müller (Stalder, Raselli), 40’ 2:1 Stalder (Müller, Meier), 50’ 3:1 Müller (Meier, Stalder), 60’ 4:1 Leeres Tor, Stalder (Müller)

57:51 Peslarova aus dem Tor
58:29 Peslarova ins Tor
58:45 Peslarova aus dem Tor
58:26 Peslarova ins Tor

Strafen: Schweiz: 8x 2‘ / Tschechien: 6x 2’

Schüsse aufs Tor: Schweiz: 4;12;4 / Tschechien: 5;2;12

Line-ups:
Schweiz: Schelling (Brändli); Altmann, Bullo – Stiefel, Staenz, Raselli; Forster, Meier – Stalder, Thalmann, Müller; Zollinger, Benz – Waidacher Nina, Waider Isabel, Rüegg; Staiger – Rüedi, Allemann
Nicht im Aufgebot: Bollinger

Tschechien: Peslarova (Blahova); Tejralova, Zikova – Polenska, Studentova, Hymlarova; Herzigova, Horalkova – Krizlova, Ledlova, Mrazova; Kolowratova, Zednikova – Pejzlova, Vanisova, Pribylova; Skrdlova – Povova, Manhartova
Nicht im Aufgebot: Skodova

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Ein Blog übers NLA Hockey in der Region Zürich (Kloten & ZSC) mit Spielberichten, Interviews, Portraits und dem gleichnamigen Puckyeah Podcast mit Gästen rund ums Hockey.

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