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Nachdem ich meine eher kritische Haltung gegenüber dem teuren, aber schönen Stadionprojekt äusserte, kam ich zur exklusiven Möglichkeit, mit dem Vater dieses Projekts direkt zu sprechen. Natürlich nutzte ich die Gunst der Stunde und wollte vor allem eines: Endlich Facts zur Zukunft der SCL Tigers und SCL Young Tigers. Und seine Facts wollte mir Peter Jakob unbedingt mitteilen, um Gerüchte und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Von Manfred Hurni

Die Ausgangslage

Mir, als Mann aus dem Volk und treuer Sitzplatztiger, kommen bei so grossen Investitionssummen von Natur aus Fragen auf: Warum um Himmelswillen, will mein Club, welcher in der Vergangenheit immer wieder mit sehr grossen finanziellen Sorgen und dem Ruf des Underdogs kämpfen musste, für ein zweites Eisfeld sage und schreibe CHF 20 Mio. investieren? Der SCL Verwaltungsrats-Präsident Peter Jakob, klärte mich in einem Vieraugengespräch wie folgt auf:

Am Anfang dieses Projekt steht die Frage, wohin sich das nationale Spitzeneishockey und die Nachwuchsbewegungen in der Schweiz entwickeln. Die Tendenzen zeigen deutlich in die Richtung mehr Professionalisierung, bessere Infrastrukturen und optimalere Trainingsbedingungen. Allen voran auch im Nachwuchs. Bei Clubs wie z.B. Davos, ZSC, Lausanne, Genf oder Zug sind bereits Projekte am Laufen, welche in Zukunft u.a. Ganzjahres-Eis und beste Trainingsbedingungen bieten werden. Dies um die sportliche Entwicklung der 1.Mannschaft und der Nachwuchsorganisationen zu optimieren, und um auch künftig international mithalten zu können. So sind z.B. in Schweden Infrastrukturen mit Ganzjahres-Eis und Trainingscenter bereits Standard. Der schwedische Spitzenclub Frölunda ist ein Musterbeispiel für die SCL Tigers. Im Dezember war übrigens eine Delegation vor Ort, um sich für die Zukunft der Eishockeyhochburg „Hockey Country“ inspirieren zu lassen. Gerade in der Erfassung und im Ausbau der Nachwuchsbewegung will Langnau künftig regional grossräumiger rekrutieren, dabei soll die Philosophie "Hockey Country" weiter ausgebaut werden.

Fazit zur Ausgangslage: Wollen die SCL Tigers den Anschluss ans nationale Spitzeneishockey nicht verpassen, muss das Nadelöhr "zu wenig Eis" behoben und die Nachwuchsbewegung gestärkt werden. Dazu muss künftig im Bereich Sport auf und neben dem Eis mit noch mehr Professionalität gearbeitet werden. Um dies zu ermöglichen, braucht es nicht nur ein zweites Eisfeld, sondern auch ideale Räumlichkeiten im Bereich Off-Ice. Der Tigersaal ist zwar hübsch, aber eher für Catering geeignet, als fürs Warmup einer Profimannschaft. Daher ist klar: Ein Club wie Langnau braucht für die Zukunft u.a. auch ein Trainingszentrum, um national in der NLA den Anschluss nicht zu verlieren.

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Die Sport-Halle oberhalb des Eisfelds soll noch bessere Bedingungen für den Bereich Off-Ice-Training bieten.

Die Vision des Projekts

Fakt ist also, und das wurde von mehreren Experten der Schweizer Eishockeyszene auf Nachfrage von Peter Jakob bestätigt, Langnau braucht für eine erfolgreiche Zukunft mehr Eis und zwar das ganze Jahr. Das Projekt ist unter mehreren Bedingungen entstanden. So haben zum Beispiel die Bauern das Baurecht der Markthalle bis ins Jahr 2055 und müssten eine neue Möglichkeit haben, die diversen Viehschauen abzuhalten. Das Projekt würde diese Möglichkeit abdecken, wobei die Bauern angeblich noch dabei sind, optimalere Infrastrukturen prüfen. Dazu gibt es die Auflagen für Parkplätze des öffentlichen Raums, der Feuerwehr und Sanität während Spielen, welche nicht einfach einer Eishalle Platz machen dürfen. Daraus ist die Idee entstanden, das 2. Eisfeld im ersten Stock zu machen, um a) den Bauern die Viehschauen weiterhin zu ermöglichen und b) die Parkplatzsituation im Rahmen der Gesetze zu halten. Mit der geplanten Einstellhalle im UG, könnten dazu weitere Parkmöglichkeiten geschaffen werden.

Zusammen mit der künftigen Ausgangslage im Schweizer Eishockey und dem langfristigen Unternehmensziel; "Die SCL Tigers AG etabliert sich erfolgreich in der NLA", hat Peter Jakob die Vision, die verschiedenen Bereiche in einem Projekt zusammenzuführen: Das 2. Eisfeld, Off-Ice-Trainingshalle, mehr Garderoben, eine zusätzliche Tribüne mit 150 Sitz- und 70 Stehplätzen in der Haupthalle, welche im Projekt intergiert wäre. Dazu würden mehr Räumlichkeiten für Catering entstehen, womit die kulinarischen Angebote weiter ausgebaut werden könnten. Es geht Peter Jakob darum, die ganzen infrastrukturellen Bedürfnisse der SCL Tigers und Young Tigers in einem Projekt und als Zentrum zu integrieren.  Aus der Summe der baulichen Gegebenheiten, Gesetzmässigkeiten und den genannten Bedürfnissen ist dann dieses Projekt mit diesem Layout entstanden. 

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Ganzjahres-Eis in NHL-Format: Ideal für die sportliche Weiterentwicklung der SCL Tigers und Young Tigers aller Stufen.

Die Gratwanderung

Angesprochen auf die grosse Hausforderung der hohen Investitionen und den Ansprüchen, dass unsere SCL Tigers mit den unternehmerischen Erfolgen der letzten Jahre nicht mehr der sportliche Underdog der Liga sein sollten, tischte mir Peter Jakob folgende Fakten auf:

 - Die SCL Tigers stellen für die 1. Mannschaft ein seriöses und scharfes Budget zur Verfügung. Ziel ist, in 28 Pflichtspielen mit einem Schnitt von 5200 zahlenden Zuschauern eine schwarze Null auszuweisen. Seit der ersten NLA-Saison  2015/16 nach dem Wiederaufstieg, und der kommenden Spielzeit 2017/18, werden neu knapp 30% mehr Budget für die erste Mannschaft zur Verfügung stehen.

 - Mehreinahmen kommen in den Sparstrumpf, um bei Bedarf (Kriegskasse für 5. Ausländer oder zusätzliche Schweizer Spieler, weniger Zuschauereinnahmen z.B. bei einer „Seuchensaison“) Handlungsspielraum bzw. Absicherung zu haben.

- Das zweite Eisfeldprojekt ist eine langfristige Investition in die Zukunft, mit dem Ziel, dass es für die SCL Tigers AG in mindestens 10 Jahren zum Nullsummenspiel wird.

- Das Ziel ist es, dass die SCL Tigers AG keine Investition in das Projekt tätigen muss! Gemäss Berner Zeitung waren noch 3-4 Millionen dafür vorgesehen. Gemäss Peter Jakob ist es aktuell ein ambitioniertes Ziel, die SCL Tigers von dieser Investition zu befreien!

- Die Betriebskosten sind auf CHF 400'000 pro Jahr kalkuliert. Diese Kosten würden durch die SCL Tigers AG übernommen bzw. es müssten Einnahmen von mindestens CHF 400'000 generiert werden, was mit zusätzlicher Tribüne, Cateringmöglichkeiten, Vermietungen von Eis und Räumen realisierbar wäre.

- Die Investitionen von Firmen in das Projekt werden über Sponsoring abgebucht, d.h. die SCL Tigers zahlen nicht direkt Geld zurück. Beispiele aus dem Umbau der Ilfishalle: Die GLB-Tribüne, der Videowürfel oder die Jakob-Galerie/Tigersaal.

Gemäss Peter Jakob sind der Verwaltungsrat und der Geschäftsführer bemüht, das optimale Budget für die erste Mannschaft zur Verfügung zu stellen und es nach Möglichkeit auch zu erhöhen. Dabei hat man sich "Seriosität" und "nur Geld ausgeben welches man hat" auf die Fahne geschrieben. Die SCL Tigers AG wird also nicht blindlings 1 Mio. mehr ausgeben, damit man das Budget der 1. Mannschaft zur Beruhigung der Volksseele erhöht, nur um dann unternehmerisch ein zu grosses Risiko einzugehen.

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Peter Jakob: Visionär und erfolgreicher Unternehmer, als Verwaltungsratspräsident mit Herzblut im Dienste unserer SCL Tigers!

Meine Gedanken nach diesem Gespräch

Nach anfänglicher Skepsis bin ich zur Überzeugung gekommen, dass Langnau ein Trainingscenter braucht, um infrastrukturelle Bedingungen zu schaffen, damit sich die Tigers künftig zu einem ambitionierten NLA-Club entwickeln können. Ich finde, Langnau muss einen Schritt Richtung sportliche Professionalisierung machen und dieser ist nachhaltig nur mit besten Trainingsbedingungen möglich. Obwohl ich die CHF 20. Mio. immer noch an der obersten Grenze finde, ist es ein tolles Projekt und man merkt es im Gespräch mit Peter Jakob sofort: Es geht ihm um eine erfolgreiche Zukunft unseres Emmentals bzw. um dessen Aushängeschild Namens SCL TIGERS! Das Projekt ist eine grosse Chance für Langnau und das Emmental. Dies auch, weil Peter Jakob die Finanzierung mit unternehmerischem Geist so regeln wird, dass sich die SCL Tigers AG trotz den kommenden Betriebskosten positiv weiterentwickeln können.

Sollte das Projekt kommen, werden die Erwartungen im Volk nochmals steigen. Sportlich muss Langnau deshalb umso mehr am Puck bleiben und sich noch verbessern bzw. professionalisieren. Fehltritte wie z.B. Scott Beattie kann man sich nicht mehr leisten. Die 1. Mannschaft hat nun mit dem professionellen und erfolgreichen Heinz Ehlers den richtigen Weg eingeschlagen, welcher hoffentlich erfolgreich und länger als 1-2 Saisons dauern wird. Doch es wird Investitionen in die Qualität der ersten Mannschaft brauchen, um den Ansprüchen und Erwartungen des Tigervolks gerecht zu werden. Denn ein Nebeneffekt dieses Projekts ist, dass sportliche Erwartungen nochmals zusätzlich geschürt werden.

Auch im Bereich Nachwuchs müsste noch viel punkto Professionalität und Qualität passieren, so ist auch die regionale Zusammenarbeit mit den kleinen Clubs verbesserungswürdig: Ziel muss eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Clubs sein. Und es sollte dabei auch für den "kleinen" Club eine „Win-Situation“ entstehen. Das Resultat (Vision) der Erweiterung "Trainingscenter" solle diesbezüglich gemäss Peter Jakob nach dem Bau in etwa so aussehen:

Ich hoffe, dass wir in ein paar Jahren wieder Eigengewächse mit echten Tigerherzen auf dem NLA-Eis rumrocken sehen. Und das natürlich in Diensten von starken und leidenschaftlichen SCL Tigers, welche ihre optimale Trainingsinfrastruktur voll nutzen und mit harter Arbeit, selbstlosem Willen und viel Herzblut mehr gewinnen als verlieren!

Apropos: Für Anfang April 2017 ist bereits die Eingabe des Baugesuchs vorgesehen. Man will offenbar konkrete Schritte in eine bessere Zukunft machen! Also dann: Let’s go Tigers!

Bilder: Peter Jakob (Jakob AG)

About the Blog

Mänfu's Tigersblog

Seit meiner Kindheit fasziniert mich das Emmental und der SC Langnau. Als regelmässiger Matchbesucher schreibe ich hier meine persönliche Einschätzung rund um die SCL Tigers.

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