Bull-etin Zug

Zehn Partien der neuen Meisterschaft sind gespielt. Mit 18 Punkten klassiert sich der EV Zug im fünften Rang. Zeit, um erste Eindrücke Revue passieren zu lassen.{sitelinkxoff}

Der EVZ findet seine Identität unter Coach Dan Tangnes.
PHOTOPRESS / Urs Flüeler

{sitelinkxoff}Der EV Zug hat resultatmässig keine Anzeichen eines Kulturschocks unter dem neuen, progressiven Regime von Coach Dan Tangnes gezeigt. Mit drei Siegen ist er aus den Startblöcken geschossen. Danach wurde der Schwung etwas gebremst – trotz einer aufsteigenden Formkurve. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits spielten die Gegner stärker, anderseits schlug die Verletzungshexe prompt zu. Von den Ausländern konnte bisher bloss Carl Klingberg in sämtlichen Spielen antreten – mit acht Einsätzen rangiert Academy-Ausländer Pontus Widerström an zweiter Stelle. Die übrigen drei – David McIntyre, Garrett Roe, Viktor Stålberg – haben höchstens sechs Matches bestritten. Nach den Verletzungen von Dominik Schlumpf und dem neuverpflichteten Dario Simion fiel zuletzt Captain Raphael Diaz aus. Schliesslich weist zwar die Formkurve des Teams aufwärts, doch brauchen die Protagonisten noch Zeit, bis sie sich an die Spielidee Tangnes’ gewöhnt haben. Die erzwungenen personellen Wechsel vereinfachen die Umstellung gewiss nicht. Im Folgenden einige Auffälligkeiten des Zuger Saisonstarts:

Anzeichen von Tangnes’ Handschrift – in Statistiken noch nicht ablesbar

Erste Anzeichen von Tangnes’ Spielkonzept sind sichtbar. So wird auf Scheibenbesitz Wert gelegt, ein aggressives Forechecking betrieben und ein direkter Spielaufbau gepflegt. Allerdings konnten die Zuger das neue System – wenig überraschend - noch nicht konstant durchziehen. Zwar ist es heikel, bereits nach so wenigen Partien aus Statistiken Schlüsse ziehen zu wollen, da das Datenmaterial viel zu klein ist. Wer dennoch einen Blick auf die Schussstatistiken werfen mag, sieht, dass die Zuger eine negative Bilanz aufweisen. Es lässt sich leicht prognostizieren, dass sich dieser Trend bald in die gegenteilige Richtung entwickeln wird. Denn der Saisonstart lässt erahnen, dass die Ideale des neuen Coaching Staffs durchaus auf die Fertigkeiten des Spielermaterials zugeschnitten sind und einen Schlüssel zur offensiven Dominanz darstellen können.

Mehr Balance

Bereits deutlicher als bei den Schussstatistiken lässt sich Tangnes’ Einfluss an der ausgeglicheneren Verteilung der Eiszeit ablesen. Bei numerischem Gleichstand versucht der Norweger, sämtlichen vier Linien Auslauf zu geben, während er die Kräfte seiner designierten Stars nicht übermässig beansprucht, indem er mit Yannick-Lennart Albrecht, Sven Senteler und Fabian Schnyder in Unterzahl Spieler forciert, die nicht zu den Stammkräften im Powerplay gehören. Bereits verschiedene Junge haben Einsätze erhalten, wobei sich Livio Stadler und Yannick Zehnder besonders hervorgetan haben und aussichtsreiche Chancen besitzen, auch in Vollbesetzung zum Stammpersonal zu gehören.

Suri in Bestform

Angesichts des dezimierten Söldner-Quartetts erhalten andere Spieler mehr Eiszeit und Verantwortung. Obwohl das Team als äusserst homogene Einheit aufgetreten ist, verdienen einige Akteure eine besondere Erwähnung. Erfreulich ist die Rückkehr von Reto Suri zur Bestform. Nach den sommerlichen Wirren um den geplatzten Transfer nach Lugano und dem Trainerwechsel scheint der 29-Jährige mit auslaufendem Vertrag wild entschlossen, sein wahres Gesicht zu zeigen. Neben seinem üblich kämpferischen und unermüdlichen Einsatz in allen drei Zonen hat er zuletzt mehr Glück im Abschluss gefunden als in den vorangegangenen beiden Saisons. Noch mehr imponiert sein Bemühen, das Team als Leader mitzureissen – die Fans der Nordkurve, die praktisch an jedem Heimspiel einen neuen Vertrag für den Assistenz-Captain fordern, konnte er jedenfalls beeindrucken. Ähnlich polyvalent und kampfstark zeigt sich Carl Klingberg, der in jeder Partie in offensiv entscheidende Szenen involviert ist – nicht schlecht für einen, dessen Tauglichkeit als Ausländer vor zwei Jahren noch offen infrage gestellt wurde.

Reto Suri ist beeindruckend in die neue Saison gestartet.
PHOTOPRESS / Urs Flüeler

Defensiv konnte sich der EVZ auf ein solides Goalie-Duo – Back-Up Sandro Aeschlimann konnte bereits in der Champions Hockey League und der Meisterschaft sein Können unter Beweis stellen – und jeweils sieben bis acht Verteidiger verlassen, die im Offensivspiel stärker gefordert sind. Diese Entwicklung kommt Livio Stadler entgegen. Vor Jahresfrist nach wenigen Einsätzen mit spärlicher Eiszeit ins Academy-Team versetzt, spürt er nun das Vertrauen der Coaches. In den letzten Partien ist er stetig besser in Fahrt gekommen, verrichtet in der eigenen Zone einen zuverlässigen Job und wagt sich, offensive Impulse zu setzen – sei es mit einem öffnenden Pass, indem er die Scheibe aus der eigenen Zone trägt oder sich in der gegnerischen Zone anbietet und in den Abschluss geht. Seine Entwicklung verläuft momentan äusserst positiv und gegen Tabellenführer Biel zeigte er vergangenen Samstag seine bis dato beste Leistung. Seine weiteren Schritte dürfen mit Spannung erwartet werden.

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