Bull-etin Zug

In einer eng umkämpften Liga belegt der EVZ nach zwei Dritteln der Meisterschaft den vierten Rang und klassiert sich ungefähr dort, wo man das Team erwarten konnte. Für mehr Grund zum Nachdenken sorgt der Verlauf und die Spielweise – Zeit für die zweiteilige Zwischenbilanz zur bisherigen Zuger Saison.

Von Yannick Ringger   (Bild: PHOTOPRESS / Marcel Bieri)

Zunächst fällt die grosse Diskrepanz zwischen den Ergebnissen zuhause und auswärts auf. In der Auswärtstabelle liegen die Zuger auf dem ersten Rang (wenn auch dank zwei Partien mehr als der SCB), während sie zuhause nach 15 Partien erst 21 Punkte und mit -1 eine negative Tordifferenz aufweisen. Auch die unterliegenden Statistiken weichen stark voneinander ab, wobei sie die Ergebnisse kaum erklären. Weisen die Zuger zuhause eine fast ausgeglichene Corsi-Bilanz auf, werden sie auswärts in der Regel in der Schussstatistik deutlich dominiert. Dies führt dazu, dass die Zuger das ligaweit schlechteste Schussverhältnis aufweisen (46.4%), wobei dies vorwiegend an der hohen Anzahl an gegnerischen Schüssen auf das eigene Tor liegt (33.64 pro Match, mit Abstand am meisten).

Erklären lässt sich dies mit den deutlich zu vielen Strafen, welche die Kolinstädter nehmen. Pro Partie müssen sie 4.67 Unterzahl-Situationen und 7:30 Minuten mit einem Mann weniger bestreiten – jeweils am meisten. Die Zuger müssen unbedingt disziplinierter auftreten, vor allem weil ihr Boxplay (mit 82.47 % auf Rang 4) in den letzten Partien nicht mehr so unbezwingbar erschien wie noch zu Beginn der Saison. Dass die Zuger trotz der vielen Strafen und gegnerischen Schüsse nur am zweitwenigsten Gegentreffer kassiert haben, hängt damit zusammen, dass die Zuger relativ wenige Schüsse aus dem Slot zulassen (mit 12.70 pro Match am viertwenigsten) und Torhüter Stephan mehrheitlich sehr solide Auftritte gezeigt hat.

Trotz überdurchschnittlichen Special Teams negative Bilanz

Wie das Boxplay gehört das Powerplay weiterhin zu den besseren der Liga (21.01%, 4. Rang), hat sich mittlerweile aber ebenfalls auf einem nachhaltigen Niveau eingependelt (Hockey-Analytiker gehen davon aus, dass sich die zusammengerechneten Erfolgsquoten von Power- und Boxplay im Verlaufe einer Saison dem Wert von 100 Prozent annähern. Dies ist beim EVZ mit einem Wert von 103.48 % momentan der Fall, nachdem er Ende Oktober noch über 106 Prozent gelegen hat.). Um mehr Kapital aus den Überzahlsituationen zu schlagen, müssten die Zuger etwas mehr Strafen provozieren, mit 3.61 Powerplay-Situationen pro Match bewegen sie sich unter dem Durchschnitt. Die relativ wenigen Powerplay- und vielen Boxplay-Situationen führen dazu, dass die Zuger trotz ihrer statistisch überdurchschnittlichen Erfolgsquote in den Special Teams unter dem Strich eine negative Bilanz aufweisen (25 Powerplay-Treffer versus 27 Boxplay-Gegentreffer). Dieses Paradox unterstreicht, dass die Zuger unbedingt disziplinierter auftreten müssen.

Experimente, um mehr offensive Ausgeglichenheit zu finden?

Positiv kann insbesondere die resultatmässige Entwicklung bei numerischem Gleichstand stimmen. Die Zuger erhalten am zweiwenigsten Gegentreffer und erzielen am viertmeisten Treffer. Die zuvor drastische Abhängigkeit von der Paradelinie um Roe und Stålberg konnte etwas verringert werden. Die Formation um Klingberg-McIntyre-Suri konnte sich als zweite Linie etablieren und strahlt mit ihrem Mix aus Skill, Physis und Tempo häufig Torgefahr aus. Daneben haben Diem-Schnyder zuletzt gemeinsam alternierend mit Zehnder und Lammer durch konstante Leistungen und aggressives Forechecking überzeugt. Allerdings könnten sie noch etwas produktiver werden. Eine Möglichkeit bestünde darin, Martschini, der zuletzt an der Seite Roes und Stålbergs wieder seine Bestform gefunden und seine Pechsträhne überwunden hat, aus der Paradelinie herauszulösen, um die Balance in der Offensive zu erhöhen und mindestens drei torgefährliche Linien aufstellen zu können, was gerade in den letzten Playoffs einer der Hauptgründe für den Einzug in den Final dargestellt hat. Es stellt sich allerdings die Frage, ob Coach Kreis Lust auf solche Experimente hat.

Fehlende Konstanz als grosse Herausforderung

Dass der Headcoach im Gegensatz zum Vorjahr nicht auf Anhieb harmonierende Linienkombinationen gefunden hat, hängt auch mit den vielen verletzungsbedingten Ausfällen zusammen. Diese Situation hat sich in den letzten beiden Wochen etwas entspannt – vorausgesetzt die beiden Schlüsselspieler Stephan und Roe, die im letzten Spiel vor der Weihnachtspause in Langnau gefehlt haben, fallen nicht länger aus. Eine gesunde Mannschaft könnte sich der grossen Herausforderung der laufenden Saison stellen: Der fehlenden Konstanz. Licht und Schatten wechseln sich nicht nur von Partie zu Partie ab, sondern auch von Drittel zu Drittel. Gelingt es der Mannschaft, ihr Niveau – auf dem Papier immerhin die letztjährige Vizemeister-Mannschaft verstärkt durch das wohl dynamischste Duo der Liga – konstant abzurufen und etwas weniger häufig die Strafbank zu besuchen, sollte es ihr gelingen, sich den Heimvorteil für die Playoffs zu sichern – wobei das momentan im Sinne des kruegerschen «Heimnachteils» eher eine weitere Herausforderung für die Mannschaft darstellen würde.

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